Tag-Management-Systeme – der Turbo für Web-Analyse und Online-Marketing – 2. Teil

Funktionen und Vorteile von Tag-Management-Systemen

In Teil 1 dieser Serie haben wir das Hauptproblem geschildert, das Tag-Management-Systeme beheben wollen: Die Abhängigkeit des Marketeers oder Web-Analysten von IT und Release-Zyklen zu minimieren. Und umgekehrt der IT mehr Zeit für wichtigere funktionale Verbesserungen der Website zu verschaffen, statt Tracking-Pixel einzubauen.

Mit einem Tag-Management-System können Sie selbst – unabhängig von der IT – definieren, welche Tags (Tracking-Codes) unter welchen Bedingungen („Regeln“ oder „Filter“) ausgeführt werden sollen.

Tag-Datenbank und „Mobile Tagging“

Die meisten TMS haben ausserdem eine umfangreiche „Tag-Datenbank“ mit zum Teil Hunderten „schlüsselfertigen” („turn-key“) Tags. Viele Tags sind somit durch ein paar Klicks erstellt und hinzugefügt. Das Ganze funktioniert übrigens bei einigen Enterprise-Anbietern auch für mobile Apps.

Auf dem Live-System testen

Über praktische Testing-Funktionen kann man dann bei vielen TMS im eigenen Browser simulieren, dass die Tags bereits auf der Live-Website eingebaut wurden, und sieht so schnell, ob das Tag funktioniert oder halt noch nicht. Mit einem weiteren Klick ist das neue Tag dann live. Entdeckt man dann doch noch Fehler, kann man über die Versionsverwaltung schnell auf eine frühere Version zurückwechseln.

TMS sind Turbo und Lernplatz zugleich fürs Marketing

So können Tag-Management-Systeme zum Turbo fürs Online-Marketing avancieren – wenn nicht sogar zur zwingenden Grundlage für agiles Online-Marketing. Wie man in der folgenden Statistik sehen kann, führt ein TMS nämlich dazu, dass die Tags, also zum Beispiel das Tracking, viel häufiger als zuvor optimiert werden – weil das eben nun schneller und einfacher geht. Mit dem Essen kommt bekanntlich der Hunger.

Und wer einmal ein TMS sein Eigen nennt, der entdeckt ausserdem schnell, dass das eine hervorragende Lernumgebung ist. So kann man nun auch mal ein paar Tage ein neues Tool oder Feature ausprobieren (zur Not auch einfach nur auf dem Testsystem), ohne gleich IT-Kosten zu verursachen.

Ladezeiten senken

Bekanntlich sind langsame Ladezeiten ja ein Conversion-Killer. Die meisten Tag-Management-Systeme senken als angenehmen Nebeneffekt sogar die Ladezeiten, bieten einem Statistiken über die Ladezeit der einzelnen Tags, und manche erlauben es sogar, langsam ladende Tags nach beispielsweise einer Sekunde “abzuschiessen”.

Die Chancen von Tag-Management-Systemen im Überblick

Im Folgenden die wichtigsten Argumente für ein Tag-Management-System im Überblick. Wie Sie sehen, gibt es neben den genannten Vorteilen noch einige weitere, die wir hier aus Platzgründen aber nur kurz erwähnen können:

  • Unabhängigkeit von IT-Releases
  • Einfaches Testen – auch auf dem Live-System
  • Übersicht: Alle Tags aus allen Tools an einem Platz
  • Alle Plattformen (CMS, Shop, Blog etc.) können von einer Stelle aus vertaggt werden
  • Tag-Bibliothek: ermöglicht Einbau „schlüsselfertiger“ Tags ohne JavaScript-Coding
  • Versionsverwaltung
  • Schnellere Ladezeiten: steigert Conversion-Rate
  • Innovations-Katalysator: Neue Tools/Tracking lassen sich leicht ausprobieren
  • Erleichtert Datenintegration von auf Webplattform gesammelten Daten
  • Datenschutz: Unterstützung von „Do-not-Track“ und lokaler Gesetzgebung (EU Cookie-Direktive)
  • Weniger Probleme mit divergierenden Daten (Tool A misst X, Tool B misst Y)

Welches Tag-Management-System soll ich nehmen?

Die Zahl der Anbieter ist gross – mit QuBit, Google Tag Manager und Adobe, das kürzlich das TMS „Satellite“ kaufte, sind mittlerweile sogar kostenlose Anbieter im Rennen (QuBit bis zu einem gewissen Pageview-Volumen, Adobe, wenn man ein anderes bezahltes Adobe-Produkt der Adobe Cloud nutzt). Kostenlos heisst zwar nicht schlechter, aber der Funktionsumfang ist bei den Enterprise-Lösungen wie Ensighten, Tealium, BrightTag oder TagMan in der Regel grösser.

So ist der beliebte Google Tag Manager zum Beispiel zwar sehr benutzerfreundlich und bietet die vielleicht praktischste Testing-Funktion, aber es gibt keinerlei Workflow-Management und neben den Google-Tools praktisch keine anderen Tags, die sich schlüsselfertig einbauen liessen. Nutzen Sie also Webtrends oder Adobe Analytics (SiteCatalyst), wird eine Implementierung über Google Tag Manager schwierig. Auch bei anderen Tags müssen Sie dann statt mit Schablonen immer mit dem eigentlichen JavaScript-Code der Tags („Custom HTML“ in Google Tag Manager) arbeiten. Dadurch benötigt man dann wiederum ein Review eines JavaScript-fähigen Kollegen, was einen der Hauptvorteile eines TMS wieder ein wenig eindämmt.

Die Enterprise-Tools entwickeln sich derweil zusehends weiter von reinen Content-Management-Systemen für Tags zu Datensammel- und Daten-Organisationsmaschinen. Sie erlauben die automatische Berücksichtigung von Datenschutz-Einstellungen des Nutzers oder des Landes (s. die in fast jedem EU-Land unterschiedlich interpretierte Cookie-Richtlinie), machen das Taggen durch „Visual-Tagging“-Tools einfacher, oder ermöglichen es, ihre Daten auch an andere Systeme zu exportieren und dadurch die Datenintegration zu vereinfachen.

Auf der Suche nach dem passenden Tool für Ihr Unternehmen berät Sie Unic natürlich gerne mit einer professionellen Evaluation.

Bevor Sie blind auf Google Tag Manager setzen: 6 Punkte zum Nachdenken

Immer mehr Unternehmen führen Tag-Management-Systeme (TMS) ein. Dabei wählen viele den einfachsten Weg und setzen auf den kostenlosen Google Tag Manager. In vielen Fällen lohnt es sich allerdings, etwas weiter zu schauen. Prüfen Sie diese sechs Punkte, bevor Sie sich für Ihr TMS entscheiden.