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Slobodans schöne serverlose Slides

  • Robin Loeffel

Hier schreibe ich über Slobodan Stojanovićs Präsentation «Serverless: A Backend Thing That Gives Superpowers to Frontend Developers» vom 30. August 2018 (siehe Video unten.) Er sprach am ersten Tag der diesjährigen Frontend Conference in Zürich.

Viele Frontend-Leute mögen Backend-Sachen nicht – das ist sowas wie ein offenes Geheimnis. Ich bin hier keine Ausnahme. Ich wage sogar zu behaupten, ich passe erstklassig ins Klischee. Mein Herz neigt dazu, bei diesen Themen höher zu schlagen: Design, visuelle Kreativität, Animationen, Minimalismus, User Experience. Bei so Sachen halt; bei schönen Sachen. Der Titel des Talks des schelmischen Serben sprang mir also, verständlicherweise, gleich ins Auge.

Der Referent steigt mit einem Joke ein: geschickt versucht er, das Publikum zu linken und tut so, als hätte der Projektor das Signal zu seinem Computer verloren. Präsentieren ist hart, sagt er. Ich sympathisiere mit ihm. Doch das war geplant! Was für ein Fuchs, denke ich mir!

Er geht weiter. Sich in der IT-Branche zurechtzufinden, ist schwierig. JavaScript ist doch eigentlich eh Magie. Und Clouds erst recht! Eine kleine Web-Applikation, die man doch nur dem Kumpel in Kanada zeigen will, zu publizieren, ist viel zu kompliziert. «But it shouldn't be! You just want to show your app to your friend!» Hach, Slobodan, du gutmütiger Barde der Neuzeit.

Was die Lösung ist? Na «Serverless», natürlich! Doch statt dieses Serverless gleich zu beschreiben, macht er uns den Mund wässrig und zählt die Zutaten zum optimalen Bewältigen unseres Problems auf. Billig soll es sein. Einfach zu benutzen – «available with one cli command». Und skalierbar erst! Mmmh, vorzüglich! Doch wie's denn heute normalerweise so ausschaut, will er wissen. Man muss sich bei einem Anbieter einen Server suchen, diesen einrichten, schauen, dass alles sicherbleibt, und dann die Applikation noch manuell deployen, erzählt er konsterniert. Viel zu viel Aufwand, meint er. Zu hundert Prozent unterschrieben, mein Guter.

Serverless, verkündet er stolz, löst diese Problematiken in Luft auf. Man muss sich keinen physischen Server mehr zulegen, sich um die Infrastruktur kümmern erst recht nicht. Sein Kunstwerk in die Welt rausposaunen kann man, wie gewünscht, per CLI-Kommando. Das Beste: Man zahlt nur, wenn die publizierte App auch genutzt wird. «You pay for used capacity, not reserved capacity. If no one uses your app, you don't have to pay!» Das einzige, worum es sich noch zu kümmern gilt, ist der eigene Code. Wie ein gutes Praliné vom Läderach lasse ich mir diese Worte sinngemäss auf meiner Zunge zergehen.

Dass das wirklich funktionieren kann und in der realen Welt, fern von utopischen Frontender-Träumen, auch zum Einsatz kommt, zeigt er anhand von CodePen auf. CodePen, eine Ruby-on-Rails-Applikation, setzt inzwischen vollkommen auf Serverless. Sie lagern alle möglichen Präprozessoren, wie etwa für Sass oder Babel, auf einen eigenen «AWS Lambda» aus. Eben so einen Cloud-Server, um den man sich nach einmaligem Einrichten nicht mehr scheren muss. «Nice to know», denke ich mir. Wirklich cool! Weiss was, der Junge. Ist aber schliesslich auch CTO seiner eigenen Firma.

Gegen Ende der Präsentation, die Zeit wurde knapp, sprach man von vacationtracker.io. Ursprünglich als Startup und Versuchskaninchen gegründet, ist es heute zu einem waschechten und stämmigen Feldhasen herangewachsen. Es kann also wirklich – versprochen! – gutgehen. Auch wenn man keinen schon vorher etablierten Namen trägt.

Serverless klingt fresh, die lieben Backender einfach so auslassen, geht aber wahrscheinlich trotzdem nicht. Sobald es kompliziert wird, kann ich mir sehr gut vorstellen, muss da ein Experte dahinter. Und Gott sei Dank gibt es sie, diese Backender und Servermenschen. Sonst wäre die Welt um Einiges ärmer.

Als «UX-ler» an der Frontend Conference

Die Disziplinen wachsen zusammen. In den Anfängen der Frontend Conf ging es hauptsächlich um Code. Doch nach und nach kamen Themen dazu, die beim Programmieren der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine auch eine Rolle spielen: Visual Design, User Experience, Research, Leadership, diese Liste ginge noch weiter.

Design ist immer politisch

Dieser Artikel gibt einen Eindruck der Frontend Conference Eröffnungsrede von Mike Monteiro – How to Fight Fascism.

Ich bin UX-Architect habe einen Designhintergrund und ein grosses Interesse an UCD (User centered Design), arbeite gern mit Menschen, mag gutes UI, gute kontextbezogene Benutzerführung.