Open Banking in Grossbritannien – die kleine Revolution im Finanzsektor?

Am 13. Januar 2018 trat in Grossbritannien das sogenannte Open-Banking-Gesetz in Kraft. Open Banking verlangt von den neun grössten Banken, ihre Kundendaten auf Wunsch des Kunden über APIs autorisierten Drittanbietern zur Verfügung stellen. Die Competition and Markets Authority (CMA) will damit den Wettbewerb und die Innovation im Finanzsektor fördern.

Mit der Einführung des Open-Banking-Gesetzes haben Drittanbieter in Grossbritannien ab sofort die Möglichkeit, den Retail-Kunden dieser neun Banken Mehrwertdienste auf deren Bankdaten zur Verfügung zu stellen – beispielsweise eine App, welche übergreifend alle Konti verwaltet, die man bei verschiedenen Banken besitzt. Auch Produktevergleiche und die entsprechenden Angebote basieren nun – sofern man dazu die Erlaubnis erteilt – auf realen Daten und werden damit personalisierter und relevanter. Zudem ist es für E-Commerce-Anbieter mit Open Banking möglich, Transaktionen unter Umgehung von Zahlungsunternehmen direkt auf dem Bankkonto des Kunden abzuwickeln.

Für die Banken, die dem Open Banking unterliegen, stellt das neue Gesetz eine grosse Herausforderung dar. Für sie wird es künftig schwieriger, ihre Marktposition nur mithilfe ihrer Kundendaten zu verteidigen.

Man darf gespannt sein, ob Open Banking auch in der Schweiz früher oder später ein Thema wird.