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«Ein Headless CMS kann sich bereits mit einem Kanal lohnen»

Mit Headless CMS lassen sich einmal erstellte Inhalte auf verschiedenen Kanälen publizieren. Die klassische ­Verknüpfung von Backend und Frontend wird aufgebrochen. Wie das funktioniert und für wen es sich lohnt, verrät Olaf Kaiser-Otto, Application Architect.

Interview: Oliver Schneider («Netzwoche»)

CMS im Wandel: Vom Website- zum Inhaltsdenken

Content-Management-Systeme (CMS) können immer mehr, was viele Vorteile bringt. Aber gibt es auch Nachteile?

Olaf Kaiser-Otto: CMS haben in den letzten Jahren einen grossen Zuwachs an Funktionen wie umfangreiche Personalisierungsfunktionen, Kampagnenmanagement und Multi-Channel-Integrationen erlebt. Die Rolle eines CMS verändert sich: Zum einen haben Unternehmen viele zentrale Prozesse und Informationsquellen digitalisiert und erwarten, dass sich diese nahtlos in ein CMS integrieren lassen. Zum anderen gibt es immer mehr neue, sehr heterogene Informationskanäle wie Apps, Social Media und Wearables. Die wachsende Komplexität der Content-Management-Lösungen spiegelt sich oft in höheren Unterhaltskosten und komplizierten Redaktionsoberflächen wider.

Olaf Kaiser-Otto
Olaf Kaiser-Otto

 

Was ist das Problem von klassischen Content-Management-Systemen?

Klassische CMS sind eine Spezialform, nämlich sogenannte Web-Content-Management-Systeme. Sie sind historisch auf den einen Ausgabekanal «Website» fokussiert und strukturieren alle Inhalte entsprechend als Seiten mit Beziehungen zu anderen Seiten. Dies führt dazu, dass Autoren in Webseiten denken, anstatt sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Die so strukturierten Inhalte sind kaum für andere Kanäle verwendbar und schlecht mit bestehenden Diensten – wie Produktinformations- oder CRM-Systemen – kombinierbar.

Wie schaffen es Headless CMS im Unterschied zu traditionellen Anwendungen, Inhalte über verschiedene Kanäle auszugeben?

Headless CMS adressieren zwei Herausforderungen: Zum einen ersetzen sie ein kanalspezifisches Frontend durch eine Schnittstelle. Über diese können beliebige Kanäle die Inhalte beziehen. Zum anderen vollziehen Headless CMS die Trennung von Darstellung und Inhalt auch auf redaktioneller Ebene. Den Inhalten wird nicht mehr pauschal die «Webseiten»-Struktur übergestülpt. Stattdessen wird ein Inhaltsmodell definiert, das den tatsächlichen inhaltlichen Strukturen – etwa Produkten, Artikeln oder News – und deren Beziehungen untereinander entspricht.

Höhere Inhaltsqualität dank klarem Fokus

Wie genau funktioniert die Nutzung von Microservices bei ­einem Headless CMS?

Microservices sind ein Ansatz, um die komplexen Anforderungen an CMS-Lösungen in beherrschbare Bestandteile aufzuteilen. Ein Headless CMS kann als Content-Service begriffen werden, der sich auf die Inhaltspflege fokussiert. Die kanalspezifische Ausgabe und Features wie Personalisierung oder Kampagnenmanagement übernehmen dann spezialisierte Services. Diese beziehen die Inhalte über die Schnittstelle des Headless CMS.

Wie viele Kanäle muss ein Unternehmen bespielen wollen, damit sich ein Headless CMS lohnt?

Ein Headless CMS kann sich bereits mit einem Kanal lohnen. Allein eine Unternehmenswebsite profitiert von der Trennung von Inhalt und Darstellung, denn die Inhaltsqualität kann durch die Fokussierung auf das Inhaltsmodell gesteigert werden.

Ein Headless CMS erhöht nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Komplexität. Wie können Nutzer mit dieser Herausforderung umgehen?

Für die Nutzer eines Headless CMS werden die Pflegeprozesse eher einfacher, aber abstrakter. Statt einer visuellen Bearbeitung einer Seite haben Headless CMS oft einen formularbasierten Ansatz zur Pflege der Inhalte. Unsere Erfahrung hiermit ist überraschend positiv: Die Nutzer sind sehr zufrieden mit dieser Lösung, da sie oft besser beherrschbar ist. Zudem ist die Redaktion nicht mehr für das Layout verantwortlich – dies übernimmt der Ausgabekanal. Das schafft klare Zuständigkeiten und steigert das Vertrauen in das System.

Dieses Interview erscheint hier mit der freundlichen Genehmigung der «Netzwoche». Den Originaltext finden Sie hier.

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