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Spartacus – Der neuste Storefront-Clou der SAP-Welt

Endlich ist es soweit: Was auf der SAP CX im Oktober 2018 in Barcelona noch groß angekündigt wurde, ist nun Wirklichkeit geworden. Nach einer langen Geduldsprobe in Form einer begrenzten Beta-Testing-Version, erblickt nun Spartacus 1.0 mit dem neuen SAP-Commerce-1905-Release das Licht der IT-Welt. Doch was genau steckt dahinter und welche Vorteile hat es?

Spartacus «in a nutshell»

Spartacus ist der neuste Clou der SAP-Welt. Für alle, die sich nun fragen, was sich hinter dem römischen Namen verbirgt, kommen gleich zu Beginn ein paar Facts für einen ersten Überblick.

Spartacus: 

  • ist die Basis, um einen exemplarischen Storefront zu erstellen
  • besteht aus einem Set an Bibliotheken
  • ist eine Single-Page-Application (SPA)
  • kann Microservices dank REST-APIs verwenden
  • kann zusammen mit SmartEdit verwendet werden
  • nutzt unter anderem Angular
  • ist eine Progressiv Web App (PWA)

Diese kurze Auflistung zeigt natürlich noch nicht alles – ein erster Überblick ist allerdings gegeben. Schaut man sich Spartacus etwas genauer an, fallen möglicherweise ein paar Punkte auf, die im Weiteren beleuchten werden. Hierbei stehen primär fünf Fragen im Fokus, die in Zukunft interessant sein werden. 

1. Wie interagieren Spartacus und SAP Commerce Cloud zusammen?

Ohne SAP Commerce Cloud kein Spartacus: Es handelt es sich zwar um eine Headless-Umsetzung, aber Spartacus benötigt SAP Commerce Cloud APIs CMS-Inhalt, um zu funktionieren, da es 100% API-getrieben ist. Der Vorteil liegt auf der Hand: Aufgrund der Entkopplung von Frontend und Backend ist es in Zukunft möglich, unabhängige Updatezyklen zu wählen. Somit kann Spartacus  unabhängig und so oft wie nötig releast werden, ohne das auch das Backend releast werden muss. Somit ist eine sehr gute Scalability vorprogrammiert!

2. Was ist der Unterschied zwischen Spartacus und dem «alten, klassischen» Accelerator?

Bereits als die Plattform noch den Namen Hybris trug, wurden in der Version c4.4 die ersten Accelerator-Templates releast. Das Ziel dabei war es, dem Kunden einen schnellen und einfachen Weg über einen exemplarischen Storefront geben zu können. Hier finden sich auch die ersten Unterschiede zwischen dem klassischem Accelerator und Spartacus. Accelerator basieren auf Templates, die zwar erweiterbar, aber mit Hinblick auf Upgrades schwierig umsetzbar und demnach stark an die Plattform gekoppelt sind. Unabhängige Releases kommen daher nicht zum Tragen. Spartacus hingegen basiert auf sogenannten Libraries (Bibliotheken), die einfach erweiterbar und dabei abgekoppelt von SAP Commerce Cloud sind. Auch wurde bei Spartacus auf eine Umsetzung in JavaScript, genauer eine Umsetzung in Angular, geachtet, um bestens für die Zukunft gerüstet zu sein.

3. Accelerator oder Spartacus?

Wenn es um die Frage geht, ob einer der diversen Accelerator oder Spartacus für ein neues Projekt genutzt werden soll, so ist die Antwort etwas vielschichtiger. Grundsätzlich ist es so, dass Spartacus in Zukunft die Accelerator vollständig ablösen soll (deprecated). Das bedeutet allerdings nicht, dass Spartacus die einzige Möglichkeit bleibt. Vielmehr ist es so, dass bereits heute viele unserer Kunden auf ein Custom Frontend setzen, um deren Plattform so zu gestalten, wie es für Ihre Anforderungen benötigt wird. Letztlich wird die Entscheidung in Zukunft zwischen «Spartacus oder Custom Frontend» fallen. Es ist nur allzu empfehlenswert, sich in diesem Zusammenhang einen erfahrenen Partner an die Seite zu holen, um die beste Entscheidung für Ihr Unternehmen und Ihre Plattform zu fällen.

4. Was kann Spartacus aktuell?

Spartacus ist seit dem Release 1905 in der Version 1.0 bzw. 1.04 verfügbar. Aktuell wir die Version 1.1 erarbeitet. Mit dem Release 1.04 sind unter anderem die folgenden Funktionalitäten verfügbar:

Customer-facing

  • Home
  • Categories
  • Search
  • Product details
  • Storefinder
  • Registration
  • Checkout
  • Orders
  • Account
  • Architectural

Responsive design

  • CMS-driven
  • SmartEdit-editable
  • SSR
  • SEO
  • Routing
  • Site context
  • Localization

5. Wohin geht die Reise mit Spartacus?

Die aufmerksamen Leserinnen und Leser werden gemerkt haben, dass essentielle Funktionalitäten heute noch nicht verfügbar sind. Dazu gehören zum Beispiel Product Variants, Express Checkout und auch B2B-Storefront-Features wie Replenishment, B2B-Checkout oder Commerce Org. Schaut man sich jedoch die Roadmap für die Quartale 3 und 4 im Jahr 2019 und auch das 2020 an, so fällt auf, dass diese und weitere Features noch in diesem Jahr und Anfang 2020 geplant sind. Insbesondere im B2B-Bereich fehlen aktuell essentielle Features, die hoffentlich bald verfügbar sind.

Neben den genannten Diskussionspunkten, gibt es vor allem auf technischer Seite noch viele Fragen und diverse Themen zu beleuchten und auszutesten. Für alle, die mehr Informationen, gerade auch auf technischer Ebene benötigen, denen seien unter anderem die folgenden Beiträge ans Herz gelegt:

Erfolgreiches E-commerce

Erfolgreich im E-Commerce mit SAP Commerce und SAP ERP

Eine gute «Customer Experience» ist ein Schlüsselfaktor für erfolgreiche digitale Lösungen. Unsere Erfahrungen aus zahlreichen Projekten mit SAP Commerce (früher Hybris) zeigen, dass hierfür ein enges Zusammenspiel der E-Commerce-Komponente mit Backend-Anwendungen unverzichtbar ist – und mit steigenden Kundenerwartungen immer wichtiger wird.

2017 – Trends, Business Cases und strategische Schritte

Die Kundenerwartungen sind höher als je zuvor: Der Faktor Erlebnis wird bei Kaufentscheidungen zunehmend wichtiger als der Preis oder spezifische Produkteigenschaften. Unternehmen müssen sich 2017 damit beschäftigen, wie sie ihre Kunden digital begeistern können.