Ein Blick über die Schultern: So arbeitet Thomas Jaggi bei Unic

Was macht man bei Unic eigentlich? Gerne geben wir einen Einblick hinter die Kulissen – aus der persönlichen Sicht verschiedener Rollen bei Unic. In den Interviews stellen die Mitarbeitenden nicht nur ihr Fachgebiet vor, sondern zeigen auch, was sie antreibt und was sie an der Arbeit bei Unic fasziniert.

Heute beantwortet uns Frontendler Thomas Jaggi 7 Fragen zu seinem Fachgebiet und dem Arbeitsalltag als Unicler.

[Unic]: Thomas, Du hast Lebensmittelwissenschaften an der ETH Zürich studiert. Nicht gerade der klassische Weg eines Frontend Engineers. How come?

[Thomas Jaggi]: Einen klassischen Weg zum Frontendler gibt es vermutlich gar nicht. Viele kommen zwar aus der IT, aber auch ehemalige Designer oder vollständige Quereinsteiger trifft man oft an. Ich habe mich als Kantischüler viel mit Computern beschäftigt und nebenbei selbständig als Frontendler gearbeitet. Weil mich jedoch die Naturwissenschaften während der Kanti mindestens so interessierten, entschied ich mich für ein Studium der Lebensmittelwissenschaften. Die analytischen Fähigkeiten, die ich dort erwerben durfte, sind sicherlich auch in meinem Job als Frontend Engineer hilfreich, vor allem aber auch Kompetenzen wie Informationsbeschaffung, da ich sowieso einen Grossteil der Arbeit mit googeln verbringe.

Wie bist Du bei Unic gelandet? (Und was hält Dich hier?)

Ich habe auf Xing ein Inserat für eine 60%-Stelle gesehen und dann noch während meines Studiums als erster dedizierter Frontendler bei Unic angefangen. Nach dem Master habe ich dann zunächst als Freelancer – jedoch auch hauptsächlich für Unic – gearbeitet. Mir hat jedoch der fachliche Austausch mit anderen Frontend-Entwicklern gefehlt, weshalb ich wieder fix bei Unic eingestiegen bin. Vor allem weil sich unser Arbeitsfeld schnell entwickelt, profitiert man extrem von einem Team, in dem sich jeder in einem bestimmten Teilbereich weiterbildet und spezifische Interessen hat.

Ideal ist auch der Austausch in unserer internen „Community of Practice“, in der wir Frontendler uns einmal im Monat treffen und interne Tools weiterentwickeln, über unsere Best Practices und  Coding Guidelines diskutieren und uns zu aktuellen Themen weiterbilden. Auch der Besuch von Fachkonferenzen wird von Unic unterstützt. Aber das was mich wirklich hält, ist ganz eindeutig der Billardtisch in unserem Büro.

Wie hat sich Deine Tätigkeit in den letzten Jahren verändert?

Die technische Entwicklung ist rasant. Die Browser werden immer fähiger und dadurch kann man immer mehr im Frontend lösen – Geschäftslogik verschiebt sich vom Backend ins Frontend. Auch die Tools haben sich extrem entwickelt und sind professioneller geworden, für uns ist beispielsweise Gulp.js (beziehungsweise Node.js allgemein) eine enorme Unterstützung. Insgesamt ist der Beruf komplexer, anspruchsvoller, aber auch interessanter geworden. Eine grosse Bereicherung ist, dass wir bei Unic immer in interdisziplinären Teams aus Frontendlern, Designern, Informationsarchitekten und Backendlern zusammenarbeiten. So bekommt man ein viel besseres Verständnis für die gesamte User Experience (UX).

Was sind die Herausforderungen in Deinem Job?

Technisch gesehen bereitet die Vielzahl neuer mobiler Geräte natürlich viel mehr Testaufwand. Durch die stark fragmentierte Browserlandschaft weiss man nie so genau, wie eine responsive Website schlussendlich beim User aussehen und funktionieren wird. In unserem Device Lab stehen uns deshalb die gängigsten mobilen Geräte zur Verfügung, was uns die Arbeit sehr erleichtert. Eine weitere Herausforderung ist, dass bei Unic sehr viele verschiedene Backend-Technologien eingesetzt werden, von Sitecore auf .NET über AEM auf Java bis Drupal auf PHP. Wir versuchen jedoch, das Frontend möglichst standardisiert zu halten, um unsere Best Practices und eingespielten Workflows über alle Backends hinweg anwenden zu können.

Ganz nebenbei bist Du auch noch Dozent für Frontend Engineering an der HSR. Wie lässt sich das mit Deinem Job vereinbaren?

Dass ich für meine Tätigkeit als Dozent einen Teil der Arbeitszeit dafür nutzen kann, die Vorlesungen vorzubereiten und durchzuführen, ist eine grosse Unterstützung durch Unic. Umgekehrt kann ich dadurch auch wieder Wissen einfliessen lassen, welches ich mir während der Vorbereitung durch die intensive Beschäftigung mit gewissen Themen aneigne. So profitieren beide Seiten. Zudem arbeite ich nur 80%, so habe ich auch trotz dieser Zusatzbelastung noch die Möglichkeit, mich meinen Hobbies zu widmen, die – man glaubt es kaum – auch in Bereichen ausserhalb des Frontends liegen.

Was fasziniert und motiviert Dich in deinem Arbeitsalltag?

Das hört sich jetzt nach einem Klischee an, aber ich finde es spannend, den Teil der Website zu bauen, welchen der Besucher sieht und mit dem er interagiert. Und natürlich all das, was im Vorfeld stattfindet, wenn man gemeinsam mit dem Kunden und dem Team versucht, eine optimale Lösung für den User zu entwickeln.

Wenn es nach mir ginge…?

…gäbe es nur noch einen Browser und der würde wöchentlich bei jedem User zwangsaktualisiert.

Wo siehst Du Dich in 5 Jahren?

Wenn ich das wüsste! Im Frontend verändert sich von Tag zu Tag schon extrem viel. Es bleibt spannend.

Kevin Brechbühl: Sitecore-Enthusiast bei Unic

Kevin Brechbühl ist Senior Application Architect bei Unic. Er entwickelt seit vielen Jahren Webapplikationen auf der Basis verschiedener Technologien. Seit 2010 hat er sich voll und ganz Sitecore verschrieben. Seine Leidenschaft und sein grosses Engagement für die Community zeichnete Sitecore im 2015 mit der Auszeichnung als Most Valuable Professional aus.