OMEA Labs: Interdisziplinärer Austausch, damit Neues entstehen kann

Der interdisziplinäre Wissens- und Erfahrungsaustausch ist für Unic ein wichtiger Treiber zum Hinterfragen bestehender Lösungen und zur Entwicklung neuer Ideen. Neben unternehmensübergreifenden Gefässen gibt es in den Teams individuelle Initiativen, um das Wissen zu teilen, damit Neues entstehen kann.

Roy Voggenberger hat in seiner Organisationseinheit Online-Marketing, Engineering und Analytics die Ideenwerkstatt OMEA Labs ins Leben gerufen.

Roy, das Thema Innovation ist omnipräsent in den Medien. Wie hat sich das Thema Innovation bei euch in den letzten Jahren entwickelt?

Meine Organisationseinheit besteht aus 25 Mitarbeitenden, die in den Disziplinen Digitale Analyse, Online Marketing und PHP-Open-Source Entwicklung arbeiten. Der Markt hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert: Nicht nur werden die Innovationszyklen kompakter (neue Technologien, neue Tools) sondern auch die Themen in sich selber tiefer und komplexer. Dies ist eine Herausforderung für die Mitarbeitenden, ständig zwischen Markt, Technologien und Projekten am Ball zu bleiben. Der disziplinübergreifende Austausch im OMEA Labs stellt sicher, dass wir uns neben der Projektarbeit kontinuierlich mit unseren Fachgebieten auseinandersetzen und uns dabei weiter entwickeln. Die direkte Verbindung zwischen den entwickelten Ideen und der mittelbaren Business-Relevanz ist zentral. Damit schaffen wir die Balance zwischen produktiver Arbeit und Innovation.

Per wann und wie wurde das Thema operationalisiert?

Wir haben per 1.1.2015 das Format OMEA Labs initiiert. Der Begriff „Labs“ demonstriert den experimentellen Charakter des Gefässes – es geht auch ums Ausprobieren, ums Experimentieren unabhängig von Projekten und unabhängig vom Tagesgeschäft. Als Vorbild für die Labs-Philosophie dient uns die Disziplin des Orientierungslaufs:

  • Hoher Pace für Erfolg
  • Breite Wege verlassen
  • Pausen zur Orientierung
  • Laufend Umgebung wahrnehmen
  • Allfällige Richtungskorrekturen
  • Reglement beachten
  • Erfolge teilen

Wie habt ihr das Thema Innovation inhaltlich und zeitlich in Euren Arbeitsalltag eingebettet?

Grundsätzlich trennen wir die folgenden Phasen der Ideenentwicklung und -umsetzung:

  • Die erste Phase dient dem Brainstorming: Die Mitarbeitenden bringen kreative, neue Ansätze ein und entwickeln sie gemeinsam weiter. Die Umsetzbarkeit wird in dieser Phase bewusst ausgeblendet, um die Kreativität nicht einzuschränken.
  • In der zweiten Phase geht es um die konkrete Umsetzung der Idee. Hieraus entstehen Verbesserungen und Quickwins an bestehenden Themen aber auch Vorschläge zu neuen Themen.
  • Neue Themen wie bspw. die Einführung neuer Produkt- und Softwarelösungen werden in der dritten Phase auf ihre Umsetzbarkeit und ihren Beitrag zur Strategie geprüft.

Grundsätzlich stehen jedem Mitarbeitenden 20 Personentage pro Jahr für Innovationstätigkeiten zur Verfügung:

Jeder dritte Mittwoch im Monat ist für den OMEA Labs Day reserviert. Der Tag ist für die Mitarbeitenden blockiert und wird nicht verschoben. Wir treffen uns im Office. Ziel ist, die gemeinsame Zeit zum disziplinübergreifenden Austausch zu nutzen. Die Transformation in den Arbeitsalltag stellen wir sicher, indem jeder Mitarbeitende einen halben Tag pro Monat frei zur Verfügung hat, um an den im OMEA Labs Day definierten Themen zu arbeiten. Zwei zusätzliche Jokertage pro Jahr können die Mitarbeitenden  individuell beziehen, um Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Gibt es Regeln zu OMEA Labs?

Grundsätzlich gilt das Prinzip der Selbstorganisation und Selbstverantwortung. OMEA Labs ist ein offener und transparenter Prozess. Im Gegenzug zur Etablierung des OMEA Labs haben wir bestehende Austausch-Gefässe überdacht, neu strukturiert und zum Teil abgelöst. Eine wichtige Regel ist neben der Einhaltung der generellen internen Vorgabe das Teilen der Ergebnisse aus dem OMEA Labs mit allen anderen Uniclern, damit Innovationen auch ausserhalb unseres Teams weiter entwickelt werden. Deshalb werden die Ergebnisse und Diskussion aus dem Labs Day jeweils zeitnah kurz in unserem internen Kollaborationstool vorgestellt. Andere Mitarbeitenden können die Ideen mit ihrem Erfahrungsschatz beleuchten, daran anknüpfen und ihre Inputs und Ideen einbringen.

Welches sind zentrale Erkenntnisse aus dem Change Prozess rund um die Etablierung von OMEA Labs?

Die wichtigste und zentralste Grundvoraussetzung ist natürlich ein Menschenbild, das auf Selbstverantwortung setzt, und die Bereitschaft, einen Vertrauensvorschuss zu geben. Ich gehe fest davon aus, dass die Mitarbeitenden die Zeit sinnvoll einsetzen und selber wissen, was uns im Rahmen der Business Unit Strategie weiter bringt.

Innovationen entstehen im „Freiraum“. Man darf die Ergebnisse auch nicht durch vorgefertigte Bedingungen und Erwartungen einschränken. Es gibt allerdings auch Mitarbeitende, die von diesem Freiraum anfangs überfordert sind – sie muss man zu Beginn unbedingt begleiten, damit sie ihren Beitrag auch leisten können.

Der mentale Wechsel zwischen der klar strukturierten Projektarbeit und der kreativen Innovationsarbeit ist nicht immer einfach. Indem wir uns einen ganzen Tag aus dem Projektgeschäft ausklinken, schaffen wir diesen Spagat.

Ein wichtiges Learning ist auch: Wir sind auf einer Reise. Die operative Einführung von OMEA Labs ist zwar vorbei, der Prozess zwischen dem Vertiefen von Bestehendem, der Entwicklung von Neuem und dem Loslassen von Veraltetem, wird uns aber immer weiter beschäftigen.

Mit Arbeitszonen zu einem effizienten und zufriedenen Unic-Alltag

Der Arbeitsplatz ist Heimat, Identifikations- und Inspirationsquelle, Interaktionsraum aber auch Konzentrationsort. Damit die Unic-Mitarbeitenden effizient und effektiv arbeiten können, hat die Geschäftsleitung 2014 die strategische Initiative Workplace2015+ ins Leben gerufen. Entstanden ist ein Nutzungskonzept, das als Vorbild in den neuen Büroräumlichkeiten von Unic Zürich in Altstetten umgesetzt wird. Der Umzug findet vom 09.-11. März 2016 statt – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.