Zeit zu feiern – 20 Jahre Unic

Aus dem Hörsaal der Uni Bern zum wertvollen Partner in der digitalen Welt: Zwei der Unic-Gründer, Stephan Handschin, Chief Operation Officer, und Gerrit Taaks, Chief Market Officer, geben Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Unic.

Was hat euch 1996 dazu bewogen, den Schritt in die «unbekannte» digitale Welt zu machen?

Stephan Handschin (SH): Bevor wir uns 1996 auf das Internet konzentriert haben, verfolgten wir das Ziel, für Unternehmen Beratungsdienstleistungen durch Studenten zu erbringen. Wir wollten das in der Praxis umsetzen, was wir im Studium gelernt hatten. Da mit Rudolf Meyer einer der Gründer auf Kundenseite in der IT tätig war und sich mit Netzwerktechnologien und Webentwicklung auskannte, fanden wir einen Einstieg. Wir anderen (Gerrit Taaks, Patrick Barnert und ich) waren noch eher IT-unerfahren. Unser Name Unic stammt aus der Zeit an der Universität und leitet sich ab von University Consulting.

Könnt ihr euch noch an euer erstes Projekt, den ersten Unic-Kunden erinnern?

Gerrit Taaks (GT): Die ersten Projekte waren für die Universität Bern, allerdings nicht kommerziell. Das erste «richtige» Projekt hatten wir für Stettler Sapphire umgesetzt, und unser erster grösserer Kunde war Wander im Jahr 1997.

Wie fühlt es sich an, wenn man klein gestartet ist und heute auf ein Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitenden schaut? Was ist der grösste Unterschied zu damals?

GT: Wir haben am Anfang sehr vieles selbst gemacht, aber es war natürlich auch einfacher. Die Komplexität der Lösungen war erheblich geringer, beispielsweise konnte HTML 1.0 nur einen Bruchteil von dem, was heute mit entsprechenden Standards möglich ist. Mit veränderten Kundenanforderungen, zunehmend komplexeren Lösungen und der Unternehmensgrösse haben sich dann die erforderlichen Fähigkeiten, Aufgaben und Rollen ausdifferenziert.

SH: Ich werde dies oft gefragt. Diese Entwicklung passiert jedoch nicht von heute auf morgen, sondern ist ein fortlaufender Prozess mit vielen, teils kleinen Schritten. Beispielsweise wird eine andere Aufgabenverteilung definiert, die infolge der Entwicklung auf der Hand liegt, aber dann gar nicht so bewusst als Meilenstein wahrgenommen wird. Das, was sich merklich verändert hat und wo ich auch lange versucht habe, Gegensteuer zu geben, ist die Nähe zu jedem einzelnen Mitarbeitenden. Am Anfang hat man alle gekannt und hat auch Privates mitbekommen. Heute ist dies nur noch beschränkt möglich.

An welches Ereignis aus den letzten 20 Jahren könnt ihr euch am besten erinnern?

SH: Als sehr schönes und eindrückliches Ereignis sind mir die Unic-Winterpartys in Erinnerung: Du kommst in einen Saal mit 250 Leuten und es sind nicht mehr einfach «nur» die 30, mit denen man viel zu tun hat oder die man auf den Gängen trifft.

GT: Ich erinnere mich gut an den Herbst 1998 – wir wussten, dass wir uns gut entwickelten, aber auf einmal realisierte ich, dass wir die erste Umsatzmillion geschafft hatten! Auch der 100. Mitarbeiter war ein beeindruckender Meilenstein. Toll war auch die erste grosse Auszeichnung am Best of Swiss Web 2003, die Unic auf einmal schweizweit bekannt machte.

Die Internetbranche hat sich rasant entwickelt. Was wird in den nächsten Jahren passieren?

GT: Rückblickend finde ich, dass es manchmal recht lange dauert, bis konzeptionelle Ideen auch breit umgesetzt werden. Viele Aspekte des One-to-One-Marketings etwa existierten schon um die Jahrtausendwende, finden aber teilweise erst jetzt breitere Anwendung. Für mich war es kein «plötzlicher» Durchbruch, sondern eine Entwicklung über Jahre hinweg. Was sich hingegen rasant entwickelt, sind die Software-Lösungen, die immer mehr Anforderungen abdecken können.

SH: In der Gesellschaft hat es massive Veränderungen gegeben. Wenn ich zurückdenke, hatte vor 20 Jahren kaum jemand ein Handy oder einen Laptop. Keiner war erreichbar. Heute ist es völlig anders. Wir werden in den nächsten 20 Jahren nochmals solch einschneidende Veränderung erfahren, in welcher Form auch immer. Wahrscheinlich werden unsere Kleider die ganze Zeit online sein, sich ständig vernetzen und mit irgendjemandem kommunizieren.

Wo seht ihr selber euch in 20 Jahren?

SH: Ich kann mir vorstellen, noch immer für Unic tätig zu sein, aber sicher nicht mehr in der heutigen Rolle. Vielleicht lassen wir viele kleine Firmen um uns herum entstehen – Unic Ventures – dann würde ich gerne mein Wissen aus dem Aufbau von Unic als Coach oder Mentor weitergeben.

GT: Auch ich begeistere mich mehr dafür, Neues aufzubauen, als Bestehendes auszureizen und zu optimieren. Die grosse Dynamik der «digitalen Möglichkeiten» wird so schnell nicht nachlassen. Daher finde ich es weiterhin sehr spannend, auf einer eher strategischen Ebene beratend tätig zu sein und unsere Kunden dabei zu unterstützen, ihr digitales Geschäft erfolgreich zu machen.

Meist verdankt man eine erfolgreiche Entwicklung auch langjährigen Partnern. Gibt es solche Begleiter?

GT: Ein Element unseres Erfolgs ist sicher die klare Fokussierung auf ausgewählte Softwarepartner. Die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Obtree und Inxmail, aber auch mit globalen Playern wie Hybris oder Adobe haben unsere Entwicklung positiv beeinflusst. Damals herrschte Aufbruchsstimmung und wir alle wollten den europäischen Markt erobern.

SH: Partnerschaften mit Design-Agenturen waren am Anfang ebenfalls sehr wichtig. Dann gab es auch Kunden, die uns positiv beeinflusst haben, wie zum Beispiel JURA. Sie selber waren experimentierfreudig, und wir hatten so die Möglichkeit, gemeinsam neue Ansätze zu verfolgen. Die Offenheit und die Chancen, die sie uns eröffnet haben, waren für unsere Entwicklung sicher prägend. Ähnlich war es auch bei Kunden wie Wander oder Novartis Consumer Health mit zahlreichen sehr unterschiedlichen Projekten – von Brand Websites über Spiele bis hin zu Shops, die uns angetrieben haben, unser Fachwissen ständig zu erweitern und zu vertiefen.

Wenn ihr euch zum 20. Unic-Geburtstag etwas wünschen könntet, was wäre es?

GT: Dass in den nächsten 20 Jahren die richtigen Mitarbeitenden zu uns finden und im Unternehmen bleiben. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

SH: Meine Gedanken gehen auch in diese Richtung. Ich würde mir wünschen, dass jeder Mitarbeitende Unic auf Kununu eine 5 geben und bei seinen Kollegen empfehlen würde. Mit den richtigen Mitarbeitenden kann alles entstehen, was man sich wünscht.

Der Name Unic geht auf die Ursprungsidee zurück, für Unternehmen Beratungsdienstleistungen durch Studenten anzubieten, University Consulting.

Mit Arbeitszonen zu einem effizienten und zufriedenen Unic-Alltag

Der Arbeitsplatz ist Heimat, Identifikations- und Inspirationsquelle, Interaktionsraum aber auch Konzentrationsort. Damit die Unic-Mitarbeitenden effizient und effektiv arbeiten können, hat die Geschäftsleitung 2014 die strategische Initiative Workplace2015+ ins Leben gerufen. Entstanden ist ein Nutzungskonzept, das als Vorbild in den neuen Büroräumlichkeiten von Unic Zürich in Altstetten umgesetzt wird. Der Umzug findet vom 09.-11. März 2016 statt – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.