Ein Blick über die Schultern: So arbeitet Jean-Marc Bolfing

Was macht man bei Unic eigentlich? Mit der Rubrik „Blick über die Schultern“ geben wir einen Einblick hinter die Kulissen – aus der persönlichen Sicht verschiedener Rollen bei Unic.

Was macht man bei Unic eigentlich? Mit der Rubrik „Blick über die Schultern“ geben wir einen Einblick hinter die Kulissen – aus der persönlichen Sicht verschiedener Rollen bei Unic. In den Interviews stellen die Mitarbeitenden nicht nur ihr Fachgebiet vor, sondern zeigen auch, was sie antreibt und was sie an der Arbeit bei Unic fasziniert.

Jean-Marc, Du arbeitest schon seit längerem als Digital Analyst. Wie bist Du auf dieses Berufsbild gekommen, welchen fachlichen Hintergrund bringst Du mit?

Mein fachlicher Hintergrund liegt im Bereich Marketing. Ich war ursprünglich als Marketingplaner hauptsächlich für den Inhalt und die Entwicklung einer umfangreichen Website verantwortlich. Ich agierte als zentrale Ansprechperson für jegliche Belange rund um das Thema Internet. In dieser Schnittstellenfunktion habe ich Bedürfnisse des Marketings aufgenommen und in Zusammenarbeit mit der IT umgesetzt.

Mit den Jahren hat die digitale Analyse stetig an Wichtigkeit gewonnen. Da die Analyse in meinem Aufgabenbereich angesiedelt wurde, durfte ich von Beginn an diesen neuen Bereich mitentwickeln. Mit zunehmender Bedeutung des Onlinekanals wurden auch die Zahlen und Erkenntnisse, die über die Website generiert wurden, wertvoller. Der Anspruch und der Umfang dieser Aufgabe ist dadurch kontinuierlich gewachsen.

Welche Kenntnisse benötigt man, um diesen Beruf ausüben zu können?

In meiner Laufbahn habe ich verschiedene Personen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen kennengelernt, die als Digital Analyst arbeiten. Von Vorteil sind Grundkenntnisse im Marketing, da man in den meisten Fällen die Marketing- oder Verkaufsabteilung eines Kunden unterstützt. Da die Aufgabenstellungen zum Teil sehr technisch sind, sind grundlegende Kenntnisse in Webtechnologien wie HTML, CSS oder JavaScript nützlich. Je nach Unternehmen können Berufsbild und Anforderungen variieren: Je nachdem sind entweder vor allem Kenntnisse in der Programmierung gefordert, da der Tätigkeitsbereich hauptsächlich in der Implementierung liegt, oder es sind primär Marketingkenntnisse bzw. ein Flair für Zahlen und Statistiken erwünscht, wenn die Hauptaufgaben in der Analyse der Daten und Optimierung von Webseiten liegen.

Macht es einen Unterschied, ob man als Digital Analyst auf Kundenseite oder auf Agenturseite arbeitet?

In diesem Berufsbild gibt es zwei verschiedene Kernaufgaben: Die eine ist die Analyse bzw. Visualisierung von Daten die andere die technische Implementierung der Lösung. Auf Kundenseite wird die Analyse in den meisten Fällen stärker gewichtet, während die Implementierung oft an Agenturen ausgelagert wird. Das kann man natürlich nicht generalisieren, ich habe dies jedoch in meiner bisherigen Karriere so erlebt. Aus diesem Grund ist auf Agenturseite sicherlich der IT-Hintergrund stärker gefragt, wobei das gesamtheitliche Verständnis trotzdem vorhanden sein muss, sprich das Wissen wie die Daten aufbereitet werden oder genutzt werden sollen. Auf Agenturseite sind die Aufgabenstellungen vielfältiger, da man sich meist mit Lösungen verschiedener Kunden und Branchen auseinandersetzen muss. Die Lernkurve ist deshalb sicher um einiges steiler.

Jean-Marc, Du arbeitest nun seit anderthalb Jahren für Unic. Was sind Deine Kernaufgaben als Digital Analyst bei uns?

Einerseits ist dies die Konzeption ganz neuer Implementierungen. Dabei geht es darum, die Bedürfnisse des Kunden zu ermitteln. Folgende Fragen stellen sich: Welche Daten benötigt der Kunde? Welche Aktionen leitet der Kunde aus den erhobenen Daten ab? Welches ist die geeignetste Methode, um die Daten zu ermitteln? Oft stellt sich zusätzlich die Aufgabe, das geeignete Analysetool auszuwählen. Danach geht es in die Spezifikation des Konzeptes und die Begleitung der Umsetzung zusammen mit den Entwicklern. In Zusammenarbeit mit dem Kunden entwirft man in der Folge Standardreports und Dashboards. Oft benötigt der Kunde im Anschluss auch eine Schulung zur neu implementierten Analyse-Lösung.

Andererseits geht es um die Weiterentwicklung von bestehenden Lösungen. In diesem Fall unterstütze ich die Entscheidungsträger bei ihrer täglichen Arbeit wie z.B. bei der Erstellung von Reports oder bei der Analyse von Daten. Überwiegend geht es darum, neue Funktionalitäten von Webseiten oder Mobile Apps oder Werbeaktivitäten mit dem Analysetool korrekt zu erfassen.

Du erwähnst Analysetools. Könntest Du diese noch genauer umschreiben?

Ein Analysetool zeigt unter anderem auf, woher die Besucher kommen, welche Bereiche auf einer Webseite aufgesucht werden und wie oft und wie lange welche Unterseiten und Kategorien angesehen werden. Bei Unic unterstützen wir die Tools Google Analytics und Adobe Analytics. Google Analytics ist das am weitesten verbreitete Tool. Es ist ein guter Einstieg in die Welt der digitalen Analyse. Adobe Analytics ist vor allem bei grösseren Firmen im Einsatz, die spezifischere Anforderungen an die Analyse haben.

Es gibt ja auch Zertifizierungen auf diesen Tools. Dabei erhält man eine Art Leistungsausweis, der besagt, wie umfangreich das Können auf einem Analysetool ist. Wann macht es Sinn, diese Zertifizierungen zu machen und wie umfangreich sind diese?

Bei den oben erwähnten Tools wird eine praktische Anwendung eigentlich vorausgesetzt, zumindest aber sehr empfohlen. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, auch nur mittels Fallbeispielen und theoretischen Kenntnissen die Zertifizierung zu erlangen. Google Analytics stellt ein recht umfangreiches Online-Trainingsformat, genannt Google Analytics Academy, zur Verfügung. Dort kann man sich theoretische Grundlagen für Google Analytics und Google Tag Manager aneignen. Bei Adobe Analytics ist nur wenig Trainingsmaterial online vorhanden, weshalb bei nicht vorhandenen Tool-Kenntnissen ein Kursbesuch bzw. eine vertiefte Einarbeitung sehr zu empfehlen ist. Beide Prüfungen können nach einer Anmeldung online abgeschlossen werden. Die „Google Analytics IQ“-Zertifizierung ist sogar kostenlos.

Du hast oben Google Tag Manager erwähnt. Was sind Tag Manager und wann werden diese eingesetzt?

Tag Manager sind eine Art Content-Management-System für Tags. Unter Tags verstehen wir die Trackingcodes verschiedener Systeme wie Analysetools, Werbeplattformen, AB-Testing-Tools oder E-Mail-Marketing-Tools. Alle diese Tools möchten Daten sammeln. Oft sind dies die gleichen Daten teilweise in leicht unterschiedlichen Formaten. Damit diese nicht einzeln im Quellcode eingebaut werden müssen, wird stattdessen nur das Tracking-Snippet des Tag Manager eingebaut. Der Tag Manager verwaltet die Logik, wann und in welcher Form die jeweiligen Trackingcodes der verschiedenen Systeme geladen werden sollen.

Heutzutage wird kaum mehr eine Implementierung ohne Tag Manager gemacht, da die meisten Kunden mehrere Systeme einsetzen, die Daten erheben wollen. Ein Tag Manager stellt zudem eine erhebliche Erleichterung für die Entwicklung dar, um das ganze Tracking einzubinden.

Was sind die grössten Herausforderungen, denen Du als Digital Analyst bei Unic begegnest?

Da man verschiedene Kunden unterstützt, die teilweise eine ganz unterschiedliche Maturität in der digitalen Analyse aufweisen, muss man sich immer wieder aufs Neue auf die „Kundenwelt“ kalibrieren. Daneben sind die Aufgabenstellungen in technischer Hinsicht oft recht anspruchsvoll, gerade wenn man wie ich aus dem Marketingumfeld zur digitalen Analyse gestossen ist. Da Unic vom Leistungsspektrum her sehr breit aufgestellt ist, kann man hier auf die Unterstützung von technisch sehr versierten Kollegen zählen.

Mit welchen Fragestellungen wirst Du täglich konfrontiert?

Jeder Tag ist anders. Das gilt ganz besonders auf Agenturseite. Routinetätigkeiten gibt es praktisch keine. Gerade zu Beginn einer Laufbahn kann dies ungemein bereichernd sein, da man wirklich jeden Tag etwas dazulernen kann. Was wir aber oft sehen, sind Kunden, welche vermeintlich gleiche Daten mit verschiedenen Tools erheben und dann Differenzen feststellen. Hierzu gilt in erster Linie, dass die digitale Analyse keine exakte Wissenschaft ist und keine zwei Tools denselben Sachverhalt auf die gleiche Weise messen.

Mit welchen Key Performance Indicators arbeitest Du?

„Key Performance Indicator“, kurz KPI, ist ein oft benutztes Schlagwort, ganz besonders in der digitalen Analyse. Meiner Meinung nach gibt es nicht „den“ oder „die zehn wichtigsten“ KPIs, die jede Website haben muss. Die Zielsetzungen von Kunden für ihre Webseite oder Mobile App sind sehr individuell. Online KPIs sollten deshalb von den Geschäftszielen abgeleitet werden und nicht von generischen „Best Practices“, die man mit einer Google-Recherche ermittelt hat.

Wem würdest Du das Berufsbild des Digital Analyst weiterempfehlen und warum?

Die beiden Ausprägungen des Berufsbildes, also Datenanalyse und technische Implementierung, unterscheiden sich recht stark. Ich gehe davon aus, dass sich dieses Spannungsfeld in Zukunft noch stärker akzentuieren wird, denke aber, dass weiterhin Kenntnisse beider Seiten einen guten Digital Analyst ausmachen werden. Gut geeignet sehe ich deshalb Personen mit Interesse an Zahlen und Statistiken, idealerweise einer Leidenschaft für Visualisierung von Daten sowie technischer Affinität. Ein aktives Interesse daran, stetig Neues zu lernen, wissen zu wollen, wie etwas funktioniert, sind ebenfalls wichtige Eigenschaften. Liegt der Fokus auf Datenanalyse, muss der Drang vorhanden sein, Daten in Zusammenhang mit Marketingaktivitäten setzen zu wollen, um Massnahmen ableiten zu können und Optimierungen auf der Website einzuleiten.

Rainer Steinegger begeistert von Last- und Stresstests mit Gatling

Rainer Steinegger ist Senior Application Engineer bei Unic. Er entwickelt seit vielen Jahren Java-basierte Applikationen und ist seit anderthalb Jahren im Organisationsteam der Java User Group in Karlsruhe aktiv. An den Entwicklertagen vom 22. bis zum 24. Mai 2017 in Karlsruhe wird er im Rahmen seines Fachvortrages „Gatling for JMeter dummies“ aufzeigen, wie eine Gatling-Anwendung aussehen kann.

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