Magazin & Blog

21 Jahre Unic & JURA

  • Nicole Buri

21 Jahre: In dieser langen Zeit haben wir gemeinsam mit JURA Elektroapparate AG zahlreiche Gedanken angestossen, viele Ideen diskutiert und umgesetzt. Eine stets wertschätzender Dialog hat die Zusammenarbeit geprägt. Ein guter Zeitpunkt, um mit Marc Maurer, Head of E-Business, Mathias Wegmüller, Head of Marketing Services, und Xavier Hadorn, Head of Marketing and Communications, auf die gemeinsamen Jahre zurückzuschauen.

2000 – Als die Zusammenarbeit begann

Im Jahr 2000 haben sich die Wege von Unic und JURA erstmals gekreuzt. Erinnern Sie sich an die erste Begegnung? Wie kam diese zustande?

M. Wegmüller: Letztlich kam die Zusammenarbeit über eine Zufallsbekanntschaft zustande. Wir waren nicht aktiv auf der Suche nach einem Partner, kamen aber intern mit dem Projekt «Knowledge Builder» nicht weiter.

Welches war das erste gemeinsame Projekt, was entstand und wie lief die Zusammenarbeit?

M. Wegmüller: Wir wollten ein Schulungsinstrument entwickeln, das dem Vertrieb vor dem eigentlichen Kaffeevollautomat zur Verfügung stand. Die Funktionen der Maschine sollten damit simuliert werden. Intern hatten wir Versuche mit PowerPoint und HTML unternommen, ohne eine überzeugende Lösung gefunden zu haben. Mit Unic wurde dann ein Flash-basiertes Tool entwickelt, das damals noch auf CD-ROM ausgeliefert wurde; letztlich auch unseren Kund:innen.

Die Zusammenarbeit lief im besten Sinne «kreativ-chaotisch», aber doch zielführend; dies nicht zuletzt dank zahlreichen Nachtschichten und grossem persönlichen Engagement aller Beteiligten.

Das erste Webprojekt für die IMPRESSA F90 folgte 2001. Welche Rolle hatte Unic damals für JURA? Wie tastete man sich an das Web heran?

M. Wegmüller: Beim Projekt ging es um eine Flash-basierte Microsite für die IMPRESSA F90. Wir konnten uns dabei auf das technische Know-how von Unic verlassen. Wegweisender als dieses Projekt war aber jenes, das daraus folgte: 2002 begannen wir mit dem Aufbau des weltweiten Corporate-Web-Auftritts von JURA auf der Basis eines CMS. Unic war da mehr als ein technischer Partner, sondern verstand das Potenzial fürs internationale Wachstum von JURA und erkannte dabei die Rolle des Internets. Letztlich wurde der Grundstein dafür gelegt, dass die Partnerschaft bis heute anhält. Auch wenn inzwischen ein neues CMS im Einsatz steht und JURA E-Stores betreibt, ist das Grundprinzip des weltweit einheitlichen Auftritts das Gleiche geblieben.

Zur IMPRESSA F90:
Es handelte sich um den ersten «internetfähigen» Kaffeevollautomaten. Übers Internet war einerseits eine Ferndiagnose möglich: Daten konnten ausgelesen werden, und der Kundendienst von JURA konnte die Kund:innen auf dieser Basis beraten. Andererseits konnten die Kund:innen zusätzliche Kaffeerezepte online herunterladen und auf die IMPRESSA F90 übertragen.

Unic war mehr als ein technischer Partner, sondern verstand das Potenzial fürs internationale Wachstum von JURA und erkannte dabei die Rolle des Internets.

Von der Digitalisierung der Vertriebskanäle

Multichannel-Management war für JURA stets zentral. Sie wollten allen Vertriebskanälen gerecht werden. Wie hat sich die Bedeutung der digitalen Vertriebskanäle und das Zusammenspiel über die ganzen Jahre verändert?

X. Hadorn: In Zusammenarbeit mit Unic haben wir einen global einheitlichen Webauftritt realisiert, der dennoch flexibel das Produktsortiment der jeweiligen Märkte berücksichtigt. In den letzten Jahren haben wir diesbezüglich auch an den physischen Verkaufspunkten stark vorwärts gemacht. Bis zu Beginn der 2010er-Jahre war das Web für uns eine reine Präsentations- und Informationsplattform.

2013 starteten wir mit dem E-Store in der Schweiz. Heute haben alle JURA-Vertriebsgesellschaften einen solchen. Natürlich gibt es auch in unserer Branche einen Trend hin zum Digitalen, der durch die Pandemie einen weiteren Schub erhalten hat. Zugleich bleibt der Verkauf eines Kaffeevollautomaten beratungsintensiv. Und dafür gibt es die persönliche Online-Beratung «JURA LIVE». Diese wiederum – und da kommt nun die digitale Welt am physischen POS an – ist nicht nur zu Hause am Computer aufzurufen, sondern auch an JURA-Verkaufspunkten. Die beiden Welten existieren also nicht parallel, sondern verschmelzen teilweise.

Wie lange hat es gedauert von den ersten Gedanken im Bereich E-Commerce (Online Direktvertrieb) bis zur Realisierung und was waren die Herausforderungen dabei?

M. Maurer: Der physische POS ist für erklärungsbedürftige Produkte heute noch wichtig. Das Verkosten von Kaffeespezialitäten ist online nicht möglich. Das Vermitteln dieses Genussmoments ist eine der grossen Herausforderungen für den Onlineverkaufskanal. Entsprechend hat es bei uns vielleicht etwas länger gedauert, bis wir online Produkte angeboten haben. Intern ernsthaft diskutiert haben wir das ab 2011. 2013 gingen wir live.

Wie hat sich die Digitalorganisation bei JURA über die ganze Zeit entwickelt?

X. Hadorn: Mit dem ursprünglichen CMS-Projekt 2002 entstand bei JURA die E-Business-Abteilung. Damit hatten wir ein spezialisiertes Team, das sich fortan um Webprojekte kümmerte. Hier kamen bald weitere Themen wie ein Extranet, ein Intranet und einen Newsletter hinzu; später auch JURA LIVE oder Dienstleistungen wie 24/7-Service. Heute haben digitale Produkte eine ganz andere Bedeutung, was sich auch organisatorisch manifestiert. Um digitale Innovationen kümmert sich eine eigens dafür kreierte Abteilung, fürs Datenmanagement und Collaboration gibt es ein spezialisiertes Team, und E-Business fokussiert im Wesentlichen auf die digitale Kommunikation inkl. Verkauf über den E-Store.

Sparringpartner auf Augenhöhe

Gemeinsam haben wir die digitale Welt entdeckt und JURA begleitet, Chancen im weiten WWW für sich zu nutzen. Wie hat Unic JURA unterstützt?

M. Wegmüller: Gerade in der Anfangsphase unserer Zusammenarbeit hat Unic nicht nur das technische Know-how und die Fähigkeit, Projekte umzusetzen, eingebracht, sondern eine ganzheitliche Betrachtung mit dem Blick weit voraus. Damit konnten damals das in seiner internationalen Dimension noch ungewöhnliche Projekt eines globalen Webauftritts realisiert werden.

Was zeichnet die Zusammenarbeit aus? Was schätzt man aneinander?

M. Maurer: Die Kontinuität sorgt für gegenseitiges Vertrauen. Es ist für uns bei JURA ein Vorteil, dass man unsere Firma und Bedürfnisse bei Unic kennt. Sowohl bei Unic wie auch bei uns gibt es ja auch noch Mitarbeitende, die bereits im Jahr 2000 mit von der Partie waren. Zudem ist Unic gewachsen und bietet dadurch eine gewisse Sicherheit.

Welche fachlichen, sozialen und methodische Kompetenzen zeichnen die Beziehung aus?

M. Maurer: Unic bietet ausgewiesene Expert:innen in allen Disziplinen. Zudem sind – wie bereits erwähnt – JURA und ihre Bedürfnisse bei Unic bekannt. So weiss man schnell, worauf es in gemeinsamen Projekten ankommt.

Gab es auch Beziehungsproben?

M. Maurer: Unic ist in den letzten 25 Jahren sehr stark gewachsen. Das war wichtig und bietet natürlich Vorteile. Zugleich ist dies auch mit personeller Fluktuation einhergegangen. Gerade bei unserer doch ziemlich komplexen Webplattform sind wir aber auf eine gewisse Kontinuität und auf den Know-how-Transfer angewiesen. Das hat über die letzten 21 Jahre gesehen, aber doch selten, ab und zu auch zu Reibungspunkten geführt.

Unic bietet ausgewiesene Expert:innen in allen Disziplinen. Zudem sind JURA und ihre Bedürfnisse bei Unic bekannt. So weiss man schnell, worauf es in gemeinsamen Projekten ankommt.

«Was bleibt»: Anekdoten und Highlights

An welche gemeinsamen Momente, Anekdoten und Highlights erinnern Sie sich?

Alle drei: Es gäbe nicht zuletzt aus der Anfangszeit so einiges zu berichten. Aber wir verschonen da die Leserschaft besser mit Geschichten, die vielleicht nur die Beteiligten noch lustig finden. Es bleiben viele gute Erinnerungen an gemeinsame Nachtschichten, sogar Sitzungen, die bis 22 Uhr gedauert haben. Natürlich sehen wir auch die überfluteten Büroräumlichkeiten in der Matte in Bern noch vor uns, obschon wir das selber nur aus der Distanz mitbekommen haben. Und wir haben in Erinnerung, wie ein ehemaliger Unic-Mitarbeiter an einer Sitzung bei JURA von uns unfreiwillig stark ins Schwitzen gebracht wurde, weil der servierte Latte Macchiato nicht mit seiner – uns nicht bekannten! – Laktoseintoleranz kompatibel war.

Gibt es Expert:innen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind und warum?

Alle drei: Es fallen uns zahlreiche Namen und Geschichten ein. Jedoch wäre es nicht fair, da Einzelne hervorzuheben. Wir freuen uns auf kommende erinnerungswürdige Geschichten!

Zu JURA

Als Pionierin hat JURA im Bereich Espresso-/Kaffeevollautomaten seit Mitte der 80er-Jahre einen fundierten Erfahrungsschatz aufgebaut und den Haushalt-Bereich massgeblich mit aufgebaut und geprägt. Dieses Know-how fliesst jetzt auch in die Entwicklung professioneller Geräte für den Office- und den Foodservice-Bereich ein.

Die Schweizer Traditionsmarke ist in den vergangenen Jahren zum Global Player erstarkt. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt im schweizerischen Niederbuchsiten. In rund 50 Ländern weltweit ist JURA mit eigenen Vertriebsgesellschaften, Joint Ventures oder Distributoren vertreten.