Wenn Kund:innen selbst erzählen: die Plattform-Story des Flughafens Zürich

Ivo BättigJuli 2026

In Kürze

Wir ordnen hier ein, was Castagna gesagt hat, und warum es uns wichtig ist.

«Das ist keine Website mehr, das ist eine Plattform»

2019 war der Auftrag klar: eine neue Website für drei Bereiche. Was daraus geworden ist, brachte Castagna an der Konferenz so auf den Punkt:

Die Plattform vereint Webinformationen, E-Commerce, Gastronomie, Wayfinding und Chatbot-Nachrichten zu einem Ganzen. Sie hilft den Menschen, die Informationen zu finden, die sie brauchen – und Services und Produkte zu kaufen. Sie ist aber auch das Rückgrat für alles, was wir in Zukunft machen.

Die Architektur dahinter war von Anfang an Headless: Inhalt und Darstellung sind getrennt. Derselbe Content aus Sitecore erscheint heute auf der Website, im digitalen Wayfinding für Gäste vor Ort und in der Mitarbeitenden-App für die rund 35'000 Personen, die am Flughafen Zürich arbeiten.

Wer das 2019 noch als Over-Engineering betrachtet hat, versteht spätestens jetzt den Grund: Die Plattform bedient nie nur eine Zielgruppe. Im Falle der Flughafen Zürich AG u.a. Passagiere, Besucher:innen des Einkaufzentrums, Mitarbeitende rund um den Flughafen (wie z.B. auch im The Circle).

Kleines Beispiel, grosse Wirkung: ZRH Comfort

Am deutlichsten zeigt sich das Plattform-Denken bei ZRH Comfort: Reisende buchen online ein Bundle mit Priority Lane und einem Gastronomie-Guthaben – und brauchen danach nur noch ihre Bordkarte, keine separate Anmeldung. «Nichts mit zusätzlichen Gutscheinen. Das ist zu viel Reibung», so Castagna. Das ist nicht nur eine UI-Entscheidung – das ist Plattform-Architektur.

Screenshot Mobiltelefon mit www.flughafen-zuerich.ch geöffnet

Flughafen Zürich AG

Hochmoderne Multisite-Plattform

Hochmoderne Multisite-Plattform

Die Illusion loslassen, nicht das Frontend

Die strategisch wichtigste Aussage aus Dublin war die nuancierteste:

Ich bin überzeugt, dass wir die Illusion loslassen müssen, das Frontend zu besitzen.

Das bedeutet nicht, dass die Zürich Flughafen AG seine eigene Website aufgibt. Es bedeutet: Wir haben die Plattform so gebaut, dass sie verlässliche Informationen über jeden Kanal liefert. Über den eigenen, aber auch über Suchmaschinen, KI-Assistenten oder Kanäle, die heute noch nicht existieren. Castagna dazu:

Unsere Plattform ist von Grund auf darauf ausgelegt, jedem Frontend verlässliche Informationen zu liefern. Und ich finde es gut, wenn die Leute dafür den Dienst nutzen, der ihnen im Alltag am liebsten ist.

Seit Januar 2024 liefert ein GPT-Chatbot, den Unic für die Zürich Flughafen AG gebaut hat, Echtzeitinformationen zu Abflugzeiten und Gates direkt in ChatGPT. Castagna sprach den Weg dahin offen an – inklusive früher Versionen, die Antworten erfanden:

Für uns war das ein Lernprozess. Wir hatten auch unseren Spass mit Halluzinationen und all dem.

Wer öffentlich über Fehlversuche spricht, steht hinter seiner eigenen Strategie.

Was das für digitale Plattformen bedeutet

Headless-Architektur war 2019 eine Designentscheidung. Sieben Jahre später ist sie die Voraussetzung dafür, dass dieselbe Plattform eine Mitarbeitenden-App, einen KI-Chatbot und ein kanalübergreifendes Commerce-Angebot tragen kann – ohne alles neu zu bauen.

Und vielleicht ist das der Vertrauensbeweis: Nicht die unzähligen Auszeichnungen. Nicht die Technologie. Sondern dass Castagna das sieben Jahre nach Go-live öffentlich erzählt – auf einer fremden Bühne, vor internationalem Publikum.

Schild auf dem Dach des Flughafens Zürich - mit den Buchstaben Flughafen Zürich.

Januar 2024

Und Zack! Flughafen Zürich mit Fluginformationen im GPT Store verfügbar

Der OpenAI GPT Store hat zwar erst letzte Woche seine Pforten geöffnet und doch können wir bereits verkünden, dass wir für den Flughafen Zürich ein spezifischen Chatbot auf Basis des ChatGPT-Sprachmodells entwickelt haben. Wir freuen uns, dass der Flughafen Zürich jetzt schon mit einem eigenen GPT im offiziellen GPT Store von OpenAI vertreten ist.

Und Zack! Flughafen Zürich mit Fluginformationen im GPT Store verfügbar
Marco Ghinolfi

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Externe Quelle:

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Bild: (c) Flughafen Zürich AG