„Projektmanagement als Katalysator für erfolgreiche digitale Initiativen“: Torsten Wolff im Interview

Torsten Wolff ist Senior Project Manager und Teamleader bei Unic im Bereich E-Commerce in Karlsruhe. Die Themen Projektmanagement und „Digitale Geschäftsmodelle“ begleiteten ihn auf seiner gesamten beruflichen Laufbahn. Mit viel Herzblut und grossem Sachverstand leitet er Projekte von der Idee bis zum Rollout und achtet dabei immer umsichtig auf die individuellen Fähigkeiten der Mitglieder seiner meist interdisziplinären Projektteams.

Torsten, was zeichnet Deine Arbeit als Senior Project Manager und Teamleader aus?

Meine Arbeit ist eine tolle Mischung aus klassischen Projektmanagementtätigkeiten, die ich in meiner Rolle als Project Manager eines Kundenprojekts habe, und den Führungsaufgaben, die ich in meiner Verantwortung als disziplinarische Führungskraft ausübe. Diese Kombination macht meinen Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Das verbindende Element zwischen den beiden Bereichen ist die enge Zusammenarbeit mit den Menschen (Kunden und Mitarbeitende).

Du warst vor Deinem Start bei Unic als Project Manager auf Kundenseite tätig, wie stark unterscheidet sich das Projektmanagement bei Unic davon?

Grundsätzlich ähneln die Aufgaben eines Project Managers auf Kundenseite denen eines Project Managers auf Dienstleisterseite sehr. Was ich allerdings verstärkt wahrnehme, ist die Verpflichtung, die dem Kunden bzw. Auftraggeber gegenüber abgegebenen Versprechen hinsichtlich Time, Scope und Budget einzuhalten.

Was mich sehr freut ist, dass bei Unic das Projektmanagement als ein wesentlicher Erfolgsfaktor in den Projekten angesehen und entsprechend mit Prozessen, Tools und Kompetenzen unterstützt wird. Das war in den Unternehmen, in denen ich früher gearbeitet habe, nicht immer so stark ausgeprägt.

Was ist Dein zentraler Motivationsfaktor?

Ich habe sehr viel Spass daran, Themen und Projekte mit einem Team voranzutreiben und zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Auf dem Weg dahin reizt es mich, die auftretenden Probleme und Hindernisse aus dem Weg zu räumen und das Team auf seinem Weg zu begleiten. Je näher der GoLive-Termin rückt, desto mehr freue ich mich darauf, die Früchte der Projektarbeit ernten zu können.

In Deiner Doppelrolle als Teamleader und Senior Project Manager arbeitest Du eng mit anderen Disziplinen zusammen. Was ist in dieser Zusammenarbeit Dein Erfolgsrezept?

Auch wenn ich selber nie mehr als ein „Hello World“ entwickelt habe, arbeite ich doch mittlerweile seit über zehn Jahren mit interdisziplinären Entwicklungsteams zusammen und habe dadurch ein Gespür und Verständnis für die unterschiedlichen Werte, Bedürfnisse und Anforderungen der einzelnen Disziplinen entwickelt. Für mich ist es ein wichtiger Erfolgsfaktor, die unterschiedlichen Sichten der beteiligten Disziplinen für den Projekterfolg zu berücksichtigen und den jeweiligen Experten in ihren Fachgebieten die notwendige Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit zu lassen.

Du bist vor Kurzem am PM Camp in Karlsruhe gewesen. Kannst Du uns Deine Eindrücke schildern?

Das PM Camp in Karlsruhe war eine so genannte „Unkonferenz“ zum Thema Projektmanagement, bei der wir uns in spontan initiierten Sessions über unterschiedlichste Themen aus dem Projektmanagement ausgetauscht haben. Ich habe den lokalen Charakter geschätzt, der es mir ermöglicht hat, Kontakte zu Kollegen aus der Region zu knüpfen und mit ihnen Erfahrungen über verschiedenste Themen, Tools und Methodiken aus dem Projektmanagement zu teilen.

Wo siehst Du Trends im Projektmanagement?

Obwohl das Thema „agiles Projektmanagement“ mittlerweile auch nicht mehr neu ist, stelle ich fest, dass die Methodiken und Anwendungsbereiche sich immer noch weiterentwickeln und der Einsatz von agilem Projektmanagement auch bei den „klassischen“ Unternehmen immer weiter Einzug erhält. Ich erlebe in der Softwareentwicklung kaum noch ein Projekt, in dem nicht der Einsatz von agilen Projektmanagement-Werkzeugen zumindest geprüft wird. Für Unic als Dienstleister gilt es aber m.E. immer wieder abzuwägen, in welchem Kontext welche Projektmanagement-Methodik Sinn macht und erlebe dazu immer wieder auch Mischformen aus dem klassischen und agilen Projektmanagement.

Welchen Herausforderungen muss sich das Projektmanagement im E-Commerce in den kommenden Jahren stellen?

Zum Einen gehe ich davon aus, dass die Erwartungen der Unternehmen an eine schnelle Time-to-Market ihrer E-Commerce-Aktivitäten weiter steigen, so dass wir entsprechende Ideen und Konzepte entwickeln müssen, um diese Herausforderung seitens Projektmanagement zu unterstützen. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass auf uns als Project Manager immer stärker auch eine Beratungsrolle zukommt. Das heisst, dass wir uns fit machen sollten, den Kunden nicht nur bei der Durchführung seiner Projekte zu begleiten, sondern uns auch dahingehend vorbereiten, in der Lage zu sein, unsere Kunden zu einem gewissen Masse auch inhaltlich bei seinen E-Commerce-Vorhaben zu beraten.

Kevin Brechbühl: Sitecore-Enthusiast bei Unic

Kevin Brechbühl ist Senior Application Architect bei Unic. Er entwickelt seit vielen Jahren Webapplikationen auf der Basis verschiedener Technologien. Seit 2010 hat er sich voll und ganz Sitecore verschrieben. Seine Leidenschaft und sein grosses Engagement für die Community zeichnete Sitecore im 2015 mit der Auszeichnung als Most Valuable Professional aus.