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Interdisziplinär ans Ziel – so arbeitet Nadia Meier

  • Nadine Schlegel

Nadia Meier ist bei Unic als Senior Content Strategist im Bereich «Fachberatung und Mandate» zu Hause. Dank dem Start von Nadia im Mai 2019 konnten wir dem Thema «Content Strategy» bei Kundenprojekten neuen Schwung verleihen. Ihr Teilzeitpensum von 70% teilt Nadia auf 3 Tage im Office an den Standorten Bern oder Zürich ein und die restliche Zeit remote im Homeoffice in Bern. Nebst ihren verschiedenen Rollen bei Unic arbeitet sie Teilzeit in ihrem Familienhaushalt mit einem Mann, zwei Kindern und zwei Katzen.

Content Strategy und UX Writing, was verstehst du darunter?

Nadia, in den sozialen Medien wirst du als intelligent-witzig und pointierte «Femme de Lettres» beschrieben. Wie schaffst du es, stets den richtigen Ton zu finden, damit deine Botschaften haften bleiben?

Diese Blumen kommen von Patrick Comboeuf, meinem ehemaligen Chef-Chef bei der SBB. Es ist also nicht so, dass ich immer den richtigen Ton treffe – meine Familie kann das bestätigen. Aber ich bemühe mich, mein Gegenüber zu verstehen. Nach dem Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun ist die Botschaft das Machwerk des Empfängers. Je mehr ich also über diesen Empfänger weiss, desto passender kann ich die Botschaften gestalten.

Ohne Content Strategy und UX Writing kommt man aktuell nicht mehr aus. Doch was genau ist deine Rolle als Content Strategist und was darf der Kunde von dir erwarten?

Ich kümmere mich um Inhalte und Sprache auf verschiedenen Ebenen. Einerseits geht es um strategische Fragen: Welche Sprache passt zu einem Unternehmen? Welche Geschichten möchten die Menschen über die Firma erfahren? Und welche Inhalte zahlen auf die Business-Ziele ein? Andererseits ist meine Arbeit auch praktisch – da geht es ums textliche Handwerk und um den Feinschliff: Wie werden die Inhalte auf der Firmen-Website besser lesbar? Wie erklären wir in einer App mit möglichst wenigen Worten, was zu tun ist? Wie schreiben wir Fehlermeldungen, die helfen statt nerven? Ich arbeite in meiner Rolle eng mit anderen UX-Spezialistinnen zusammen, mit Designern und Architekten. Es braucht verschiedene Disziplinen, damit am Ende das Gesamtbild stimmt.

Wenn das Texting nur auf einer unzureichenden strategischen Grundlage basiert, was kommt dann dabei raus?

Das kann ich so nicht voraussagen. Gute Texterinnen können auch ohne Strategiepapiere saubere Inhalte gestalten. Aber was, wenn die gute Texterin das Unternehmen verlässt? Oder verschiedene Menschen für die Firmen-Website texten? Eine gute Strategie gibt Orientierung und dient als Leitplanke. Grundsätzlich möchte ich mal behaupten, dass es ohne Strategie mehr Unsicherheit und mehr Diskussionen gibt. Mit einer Strategie hast du nicht nur ein Ziel, du kommst auch schneller hin. Als Content Strategist bist du ja mit vielen anderen Fachexperten in Projekten unterwegs.

Wie funktioniert das Zusammenspiel von Content aus deiner Perspektive mit den anderen Disziplinen wie SEO, Analytics, UX Architektur, Frontend etc.?

Das funktioniert gut und macht mir grossen Spass. Wie schon erwähnt brauche ich oft viele Informationen über die User. Diese Daten bekomme ich zum Beispiel von unserer Analytics-Spezialistin Corinne Sager. Einen engen Austausch habe ich auch mit dem Design. Wenn ein Text auf einem App-Screen nicht funktioniert, ist es nicht unbedingt ein sprachliches Problem. Das bespreche ich dann mit dem Designer, und wir schieben Pixel und Buchstaben auf dem Screen hin und her, bis es stimmt. Auch mit dem SEO-Team arbeite ich oft zusammen und diskutiere spannende Fragen. Zum Beispiel, ob wir auf einer Seite viele Synonyme verwenden. Google würde sich vielleicht über gewisse Keywords freuen. Aber wenn ich wild durcheinander von Schiene, Gleis, Geleise und Fahrspur rede, verstehen manche User nur noch Bahnhof.

Interdisziplinäre Teams prägen deinen Alltag als Content Strategist, und du bewegst dich in einem agilen Umfeld, wie fühlt sich dies an?

Für mich fühlt sich das gut an. Nach einigen Jahren auf Kundenseite wollte ich zurück in eine Agentur. Das bringt zwar eine gewisse Hektik, aber auch viel Abwechslung.

Nadia Meier, Content Strategist, zeigt auf, wie wichtig Content in Digitalprojekten ist.
Nadia Meier, Content Strategist, zeigt auf, wie wichtig Content in Digitalprojekten ist.
Mit einer Content-Strategie hast du nicht nur ein Ziel, du kommst auch schneller hin.

Über Herausforderungen und Highlights im Projektalltag ...

Nadia, du bist im Mai 2019 bei Unic für den Bereich Content Strategy an den Start gegangen. Wie kamst du zu uns, und wie fühlte es sich heute an?

Das war ein Zu- und Glücksfall. Ich war damals bei TWINT und überlegte mir, ob ich nicht lieber wieder zurück in die Freiheit der Selbstständigkeit wollte. Da machte mich eine Kollegin auf die Stelle bei Unic aufmerksam. Ich kannte Holacracy ein wenig aus meiner Zeit beim Co-Working-Space Effinger. Diese Organisationsform in einer grösseren Firma, das wollte ich unbedingt ausprobieren. Als berufstätige Mutter hat es mich besonders gefreut, dass für Unic Teilzeit und Homeoffice selbstverständlich dazu gehören. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl, und das hat sich absolut bestätigt. 

Das Thema «Content Strategie» war zwar nicht neu bei Unic, jedoch hast du es aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Wie war der Einstieg in die Projekte für dich und wie waren deine Eindrücke während der ersten Monate bei Unic?

Der Einstieg war steil. Aber wenn es steil nach oben geht, hat man rasch eine gute Aussicht und Übersicht. Ich konnte direkt in ein grosses Relaunch-Projekt einsteigen. Die Chemie mit der Kundin stimmte, und es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Daneben machte ich mich fit in Holacracy, was ein wenig länger dauerte als gedacht.

Welche Herausforderungen erlebst du heute in deinem Arbeitsumfeld?

Ganz aktuell finde ich es sehr schwierig, Homeoffice mit Homeschooling von zwei Kindern zu kombinieren. Aber irgendwann wird diese Corona-Zeit auch wieder vorbei sein. Dann sehe ich zwei grosse Aufgaben: Verständlich machen, warum das Thema Content wichtig ist. Das gelingt mir schon ganz gut. Dann muss ich auch noch schauen, dass wir genug Strateginnen und Writer haben, welche auf den gewonnenen Projekten arbeiten können.

Wie hat sich der Projektalltag in den letzten 10 Jahren aus deiner Sicht verändert, und wohin geht die Reise?

Es sind ganz viele Tools, Methoden und Zertifikate dazugekommen. Aber denken und verstehen muss man immer noch selber. Wohin die Reise geht, kann ich nur vermuten. Natürlich wird es irgendwann Textroboter geben, die einen Teil meiner Aufgaben übernehmen. Aber die Empathie und das Menschliche in der Kommunikation, das können die noch nicht bieten.

Es sind ganz viele Tools, Methoden und Zertifikate dazugekommen. Aber denken und verstehen muss man immer noch selber.

... zu Holacracy, Agilität und Diversität in der IT-Branche

Vor deiner Tätigkeit bei Unic warst du als selbstständige Beraterin tätig. Was fasziniert und motiviert dich heute in deinem Arbeitsalltag in einer Festanstellung?

Bei Unic fühle ich mich auch sehr selbstständig. Das hat mit Holacracy zu tun und mit dem Vertrauen, das die Firma mir entgegenbringt. Ich habe nicht per se eine Festanstellung gesucht, sondern die Möglichkeit, spannende Aufgaben zu übernehmen. Als Freelancerin im Content-Bereich wirst du oft zu spät ins Boot geholt. Bei Unic bin ich von Anfang an dabei und kann die Segel setzen und die Richtung mitbestimmen. Und dann gefällt mir auch noch das Familiäre. Ich habe als Freelancerin gemerkt, dass ich gern irgendwo dazugehören möchte. 

Seit zweieinhalb Jahren sind wir mit dem Organisationssystem Holacracy unterwegs. Wie spielen Projektalltag und Holacracy in der Praxis zusammen?

Ich weiss ja nicht, wie Unic ohne Holacracy funktioniert hat. Für mich hat Holacracy als Organisationsform viele Vorteile. Man muss sich dafür aber auch Zeit nehmen. Das kommt bei mir neben der Projektarbeit und wegen meines Teilzeit-Pensums wohl oft ein wenig zu kurz. 

Diversity & Inclusion ist in aller Munde. Wie erlebst du als Frau die IT als klassische Männerdomäne, und wie geht Unic aus deiner Sicht hiermit um?

Von dieser Männerdomäne spüre ich in meinem Alltag gerade wenig. In meinem grössten Projekt sind wir, wenn ich richtig zähle, fünf Frauen und zwei Männer. Auch mein Heimatkreis ist per Zufall sehr weiblich. Aber ja, das ist eine Insel in einer nicht perfekten Welt. Kürzlich war ein Kunde unsicher, ob eine junge Designerin die richtige Person wäre für die Aufgabe. Die Frau war über 30 und top qualifiziert. Ich habe fast in den Sitzungstisch gebissen.

Blick über die Schultern

Es sind die Menschen, die Unic ausmachen und vorantreiben. In der Rubrik «Blick über die Schultern» geben wir einen Einblick, was unsere Expertinnen und Experten auszeichnet. Sie stellen nicht nur ihr Fachgebiet vor, sondern zeigen uns ihre ganz persönlichen Perspektiven und erzählen uns, was sie antreibt und was sie fasziniert.

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