Interview: Hornbach – Partnerschaft auf Augenhöhe
Magazin & Blog

Hornbach – Partnerschaft auf Augenhöhe

Wir feiern 25 Jahre Unic. Das sind 300 Monate beziehungsweise 9.125 Tage, an denen wir digitale Lösungen für unsere Kund:innen entwickeln durften. Für uns Grund genug, herausragende und langfristige Kundenprojekte vorzustellen. Die mit Unic 2009 gestartete Digitalisierung HORNBACHs hat nicht nur standorttechnisch Geschichte geschrieben. Im Interview erzählt uns David Spak, Senior Projektmanager bei Unic, warum die partnerschaftliche Zusammenarbeit so gut funktioniert. Und, wie Kund:innen generell an den Aufgaben partizipieren und eigene Ideen auf den Weg bringen.

Die Anfänge der Zusammenarbeit

Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Unic und HORNBACH? Und mit welchen Services unterstützen wir den europaweit agierenden Baumarkt?

David Spak: Seit über zehn Jahren arbeiten wir nun am Standort Deutschland mit HORNBACH partnerschaftlich zusammen. Was damals mit einer PIM-Evaluierung sowie einem Konzept für einen Onlineshop in der Schweiz begann, schließt mittlerweile Backend- und Frontend-Entwicklung mit ein. Aber auch bei Fragen rund um Infrastruktur und Betrieb eines Shop-Systems setzt der Fachhändler HORNBACH auf das Know-how von Unic. Um HORNBACH von Beginn an zu signalisieren, dass wir an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind, eröffnete Unic 2011 den Standort Karlsruhe.

Dennoch und das betone ich ausdrücklich. Obwohl Unic einen Teil der PIM- und E-Commerce-Spezialist:innen stellt, ist das Team rund um HORNBACH natürlich viel umfangreicher aufgestellt. Kein Wunder also, dass die fachliche Kommunikation sowie der Austausch von Ideen seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau basiert.

David Spak, Senior Project Manager bei Unic
David Spak, Senior Project Manager bei Unic

Innovationsgeist

Wir bei Unic sehen HORNBACH als durch und durch innovativ getriebenen Partner. Was hat das mit dem neuen Shopsystem zu tun? Und warum entwickelt sich der E-Commerce immer modularer?

Bei großen Software-Systemen ist es in der Regel ja so: Du startest mit dem zuvor evaluierten System und merkst, dass es den neuen Anforderungen nicht mehr genügt. Da spielen Wünsche von Kund:innen, neue Technologien sowie Markt-relevante Bedürfnisse eine gewichtige Rolle. Um dahingehend nicht abgehängt zu werden, beginnen Unternehmen mit dem Customizing ihrer Software. Sprich, das jeweilige Tool wird softwaretechnisch angepasst, um auch weiterhin die Kundenbedürfnisse bestmöglich zu befriedigen. Hinzu kommen individuelle Shop-Features, die der Wettbewerb womöglich nicht anbietet. Diese Anpassungen führen zu einer sehr spezifischen Applikation, die nur noch im Kern einen Standard aufweist. Der Betrieb eines Shops inklusive der angebundenen Subsysteme, die Wartung sowie Updates sind dann aufwendiger und somit kostspieliger.

HORNBACH hat frühzeitig mit unterschiedlichen Systemanalysen begonnen und nun auf den jetzigen Grad an Individualisierung mit der Evaluierung eines neuen Shopsystems reagiert. Das erlaubt HORNBACH vom Start weg aktuelle und neu entwickelte Features der alten Architektur parallel zu betreiben und somit nach und nach ins neue System zu überführen. Die neue Lösung ergänzt mit seinem Framework die bestehende Architektur. Und HORNBACH selbst erreicht mit der Systemablösung ein völlig neues Niveau der Modularität bei gleichzeitig steigender Performance.

Gemeinsam vorwärts

Partnerschaft – was zeichnet das mit den Jahren gewachsene HORNBACH-Projekt aus?

Der Anspruch von Unic ist neben einer zielgerichteten Beratung auch eine langfristige Zusammenarbeit. Wir sprechen bei Unic generell gerne von Partnerschaften, weniger von klassischen Kundenprojekten. Grundsätzlich gilt es für beide Seiten, Ansprüche, Wünsche, Arbeitsweisen zu verstehen. Je mehr Verständnis sich entwickelt, desto mehr Know-how können die Teams miteinander teilen und umso nachhaltiger gestaltet sich ein Projekt. Dazu gehören Verständnisfragen rund um die Architektur, Peripherie wie auch das Verständnis zur unternehmerischen Historie. Auf den Punkt gebracht: In den vergangenen Jahren sind wir mit HORNBACH eine Art Symbiose eingegangen. Dabei steht die Kommunikation auf Augenhöhe an erster Stelle. Themen rund um Architektur, zukünftige Technologien sowie Trends gehören zum regen Austausch genauso dazu wie auch projektbezogene Fachthemen und To-dos.

Ein Pluspunkt ist sicherlich die Sichtweise, wie wir auf HORNBACH zugehen. Wir sehen uns nicht als reinen Dienstleister. Klar wird auch diskutiert und gestritten – Reibungen gehören nun mal dazu. Doch genau dieses Miteinander, dieses Streben nach positiven Veränderungen bewegt und treibt die Teams an. Stillstand bei HORNBACH und Unic gibt es nicht.

Ich denke, eine lieb gewonnene Errungenschaft von Unic ist das generelle Engagement. Bezogen auf HORNBACH fördern wir zum einen den fachlichen Austausch untereinander; bringen aber gleichzeitig immer wieder die daraus resultierenden Impulse, Ideen sowie Erkenntnisse aus dem Unic-Universum in die Welt des digitalen Baumarkts. Unser Ziel ist bekanntlich, nicht nur digital getriebene Innovationen in die Unternehmen zu bringen. Wir machen Digitales halt auch menschlich.

Ein innovativer Produktkonfigurator

Zuletzt haben wir den Produkt-Konfigurator realisiert. Kannst du dazu Details verraten?

Zunächst einmal beschreibt der Produktkonfigurator eine Anwendung innerhalb des Webshops von HORNBACH. Er unterstützt Kund:innen, Produktvarianten aus einer Reihe von verschiedenen Merkmalen und regelbasierten Abhängigkeiten zusammenzustellen. Die uns bekannteste Art eines Konfigurators stammt aus der Autoindustrie. Ohne Fachwissen und mit wenigen Klicks stellen Anwender:innen ihr Traumauto zusammen.

Was bei Autos gut funktioniert, klappt natürlich auch mit Baumaterialien hervorragend. So implementierten wir gemeinsam einen umfangreichen Produktkonfigurator, auf dessen Bandbreite wir mittlerweile mehr als Stolz sind. Kund:innen greifen online (Browser und App) auf Konfiguratoren aus verschiedensten Segmenten zu. Der HORNBACH-Konfigurator prüft dabei in Echtzeit die Abhängigkeiten einzelner Komponenten und führt gezielt durch die Konfiguration. Ich habe das Tool nun schon mehrmals nutzen dürfen – es funktioniert wirklich hervorragend.

Hand in Hand

Im Zeitalter der Corona-Pandemie – wie war bzw. ist die Zusammenarbeit mit HORNBACH organisiert?

Auch wenn es abgedroschen klingt, aber wir sind nun mal betriebsverantwortlich für den Webshop von HORNBACH. Kommt es also bei HORNBACH zum digitalen Schluckauf, sind wir eh gefragt. Das war bereits vor der Pandemie so. Was sich allerdings geändert hat, sind die extrem gestiegenen Zugriffszahlen und die damit verbundenen Bestellungen. Die Projektteams organisieren sich generell aber so, dass optimierende System-Maßnahmen zuvor passieren. Nicht erst dann, wenn das System bereits down ist.

Dennoch, als klar war, dass Covid-19 bleibt, mussten auch wir umdenken und unsere Prozesse hinterfragen. Wie sind wir etwa in den einzelnen Teams aufgestellt, wenn einzelne Kolleg:innen infiziert sind und in Quarantäne müssen? Gleich zu Beginn waren wir Teil der von HORNBACH initialisierten Taskforce, verteilt auf alle Standorte. Der Wissenstransfer zwischen Mitarbeitenden wurde nochmals verstärkt. Der Austausch seitens HORNBACH intensivierte sich dank der Homeoffice-Situation natürlich auch. Die verantwortlichen Kolleg:innen müssen ja sichergehen, dass Unic in diesen besonderen Situationen weiterhin gut aufgestellt ist und liefern kann.

Headless als Treiber

Am Ende möchten wir das Gestern mit dem Heute vergleichen – allgemein betrachtet. Was unterscheidet sich von der damaligen Entwicklung zur heutigen?

Viele Dinge gehören bei Entwickler:innen zum Standard. Doch glaube ich, dass der Nutzungsgrad, wie wir Software heutzutage bedienen, der entscheidende Treiber für softwarebasierte Services ist. Wir bei Unic zielen in erster Linie auf eine Endgerät-unabhängige Nutzung. Dazu zählt eine Website beziehungsweise ein Webshop im Responsive Design ebenso wie eine progressive App, die über zahlreiche Merkmale verfügt, die bislang nativen Applikationen vorbehalten waren.

Vor einigen Jahren hat man noch wesentlich mehr technische Feinheiten über das Backend gelöst. Mittlerweile wandern allerdings immer mehr Aufgaben in das Frontend. Das betrifft Funktionalitäten wie auch Logik und Performance. Ein Treiber für diese Entwicklung ist zweifelsohne der Architektur-Ansatz Headless, bei dem Backend und Frontend entkoppelt agieren. Aber auch mit Fokus auf Optimierung und Performance übernimmt das Frontend mehr Aufgaben; natürlich mit den entsprechenden Herausforderungen wie das Andienen verschiedener Endgeräte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich auch Entwickler:innen selbst weiterentwickelt haben; explizit im Bereich Frontend. Und mittlerweile kann es sogar vorkommen, dass sich bei Backend-Entwickler:innen ein Interesse an diversen Frontend-Themen zeigt.