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Sapros – ein wichtiges Präventionswerkzeug der Suva

  • Nicole Buri

sapros.ch ist ein Multi-Vendor-Marktplatz für Sicherheitsprodukte. Die Suva setzt dieses Präventionswerkzeug seit über zwei Jahrzehnten primär für ihre Kunden ein. Es ermöglicht die Auswahl von Sicherheitsprodukten nach den vorhandenen Gefahren. Livio Palmieri verantwortete diesen Relaunch und stellt sich gerne den folgenden Fragen.

Livio Palmieri, wieso betreibt die Suva diesen Marktplatz?

Wir unterstützen damit unsere Kunden bei der zielgerichteten Evaluation von Sicherheitsprodukten. Mithilfe ausgeklügelter Suchfilter wählen die Kunden nebst weiteren Produkteigenschaften zuerst die Gefahren aus, gegen die das gesuchte Produkt schützen soll. Dies erlaubt ihnen, auf einer Plattform Produkte von verschiedenen Anbietern zu vergleichen und sich für das bestgeeignete Produkt zu entscheiden.

Die Anbieter von Sicherheitsprodukten profitieren auf sapros.ch von einem renommierten Vertriebskanal und relevanten Zielgruppen. Sie erfassen ihre Produkte prozessunterstützt.

Wir plausibilisieren die erfassten Daten mit Fokus auf den Sicherheitsmerkmalen und schalten die Produkte online oder weisen sie zur Korrektur zurück. So schaffen wir mit Sapros eine einzigartige Verbindung zwischen Käufer und Anbieter.

«Von der Gefahr zum Produkt»

Welches war Ihr Schlüsselerlebnis beim Relaunch der Plattform?

Wir hatten stets den Leitsatz «Von der Gefahr zum Produkt» vor Augen. Er diente uns als Benchmark und Entscheidungskriterium bei der Evaluation von Ideen. Wir haben uns bei jeder Idee oder Funktion immer die Frage gestellt: «Inwiefern trägt sie zu diesem Leitsatz bei?» So haben wir die Diskussionen stets sachlich, auf Augenhöhe, ohne Scheuklappen führen können.

Schon ganz früh haben wir bei der Suva angefangen, zwischenbetriebliche Prozesse zu digitalisieren.

Generell ist die Präventionsarbeit im Umbruch

Welches sind die besonderen Herausforderungen im Bereich Prävention?

Wir wollen den Menschen ins Zentrum unserer Präventionsarbeit stellen. Mittels Information und Aufklärung versuchen wir, die Menschen für Gefahren zu sensibilisieren und das Verhalten jedes Einzelnen bei der Arbeit und in der Freizeit zu beeinflussen. Nur so schaffen wir es, Berufs- und Freizeitunfälle nachhaltig zu reduzieren. Die Herausforderung ist heute sicherlich, die Menschen unmittelbar bei ihren Aktivitäten zu erreichen, so erreichen wir den höchsten Wirkungsgrad.

Im Bereich Arbeitsschutz haben wir die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem über den Weg der Arbeitgeber ansprechen können. Die Strategie ist, die Sicherheitskultur von den Betrieben auf die Freizeit zu übertragen und so Synergien zu schaffen.

Digitalisierung als Chance und Gefahr zugleich

Welchen Beitrag leisten die digitalen Kanäle in der Prävention?

Schon ganz früh haben wir bei der Suva angefangen, zwischenbetriebliche Prozesse zu digitalisieren, und haben so administrative Entlastung und Effizienz für die versicherten Betriebe geschaffen. Diesen Weg verfolgen wir konsequent weiter.

Die Digitalisierung ist allerdings Hilfsmittel und Gefahr zugleich. Einerseits gelingt es mit der Digitalisierung, Gefahren zu reduzieren, weil für gefährliche, körperlich anstrengende und repetitive Arbeiten Maschinen genutzt werden. Die künstliche Intelligenz bietet spezifische Chancen, indem sie helfen kann, gefährliche Situationen vorauszusehen und rechtzeitig davor zu warnen. Andererseits bringt die Interaktion von Mensch und Maschine auch neue Risiken mit sich.

In der Präventionsarbeit nutzen wir digitale Instrumente, um Botschaften gezielt zu platzieren. Apps sind ein wichtiges Element in unserer Aufklärungsarbeit. Mit unserer App «Slope Track» erreichen wir beispielsweise Skifahrerinnen und Skifahrer direkt auf der Piste. Allerdings braucht es immer einen Mix an Kanälen, damit unsere Botschaften die Zielgruppe wirklich erreichen.

Zur Person

Livio Palmieri trägt als Business Analyst in der Abteilung Präventionsangebote zur Entwicklung und zum Unterhalt von E-Services bei. Seit über 10 Jahren treibt er die inhaltliche und funktionale Entwicklung von Sapros voran. Dabei motiviert ihn die sinnstiftende Tätigkeit: Verhindern von Leid und Schmerz ist das Ziel. Zudem spart jeder verhinderte Unfall und jede verhinderte Berufskrankheit hohe Kosten, was allen versicherten Betrieben zugutekommt.